Leserbriefe : Aggression macht Angst

„Sie wollen uns nicht“

von Feridun Zaimoglu vom 29. Juni

Dem Tagesspiegel sei Dank für den Abdruck dieses provokanten Berichtes. Ich kenne den Autor nicht und weiß nicht, wie sehr er für seine Landsleute sprechen darf. Wenn ich bislang noch Zweifel hatte, ob es richtig sei, die Türkei in die EU aufzunehmen – nun habe ich sie nicht mehr. Mit dieser Einstellung bleibt sie besser draußen. Aber ebenso hat mich erschreckt, dass die Grünen offensichtlich mit den polemischen Thesen des Autors Sympathie empfinden. Alle Versuche einer Integration sind mit der Einstellung zum Scheitern verurteilt. Es ist zu bedauern, dass die Grünen – oder große Teile dieser Partei – noch nicht verstanden haben, dass ihr „Multikulti“ so nicht funktionieren kann.

Heinrich Laucks, Kleinmachnow

Als Leser, für den konservative Werte noch etwas gelten, bin ich von dem oben genannten Beitrag entsetzt. Das ist kein konstruktiver Beitrag, das ist ein stilloses Gegeifere. Herr Zaimoglu zeigt deutlich, wohin für ihn und seinesgleichen die Reise in Deutschland gehen soll. Leider spielt ihm die Regierung Merkel dabei in die Hände. Konservative Werte im guten und wertvollen Sinn zur Erhaltung eines intakten Staatswesens werden von ihr ja weitgehend nicht mehr besetzt.

Peter Stein, Hannover

Wie schön muss es sein, ein so einfach gestricktes Weltbild zu haben wie jenes, das Herr Zaimoglu uns in seinem Beitrag präsentiert hat. So sind wir Deutsche allesamt Fremdenhasser und – da wir uns erdreisten, ab und an mal über diese oder jene Gewalttat bestimmter Mitbürger „mit Migrationshintergrund“ die Stirn zu runzeln – Provokateure, Rechte, Erzkonservative. Natürlich folgt dann die allen bekannte Auflistung unserer – also der bösen Deutschen – begangenen Gemeinheiten den Fremden gegenüber, angefangen von fehlgeschlagener Integration (unsere Schuld) bis hin zu ach gar so ungerechten Gesetzen – „ein Krieg der Provokationen, die Metzgern mit stumpfen Ausbeinmessern gleichen“, wie der Autor so bildgewaltig uns nahebringt. Herr Zaimoglu, Sie hätten Propagandaleiter unter Saddam werden sollen, dort hätten Sie Karriere gemacht.

Was er leider übersieht, das ist der Umstand, dass „die Deutschen“ nicht pauschal fremdenfeindlich sind. Sie sind es nur überdrüssig, sich im eigenen Land den archaischen Sitten und Gebräuchen einer Religion zu unterwerfen, die an Intoleranz nicht zu überbieten ist. Sie sind es leid, die Gewaltexzesse von Türken und Arabern zu ertragen und sich obendrein generelle „Ausländerfeindlichkeit“ vorwerfen zu lassen. Sie haben es satt, dass sich bestimmte Ausländer – und das sind komischerweise nicht die hier lebenden Inder, Koreaner, Schwarzafrikaner, Norweger oder Eskimos, sondern unsere Freunde mit dem Koran unter dem Arm und dem Messer in der Tasche – nicht wie Gäste in unserem Land, sondern wie Eroberer aufführen.

Weit eigentümlicher als den Propagandatext Herrn Zaimoglus fand ich allerdings die Tatsache, dass der Tagesspiegel so etwas druckt.

Stefan Gläser, Berlin-Frohnau

Der Artikel ließ meinen Blutdruck gefährlich ansteigen. In fast demagogischem Stil darf sich Herr Zaimoglu aufregen über alle, die nicht seiner Meinung sind. Als junger Mann war ich einige Jahre in der Schweiz als Gastarbeiter. Ich habe damals nicht einmal falsch geparkt aus Sorge um meine Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung. Dann kamen viele Jahre im Ruhrgebiet. Dort hatte ich dann viele Kollegen der ersten „Gastarbeiterwelle“, Italiener, Spanier, Jugoslawen. Alle kamen wir gut miteinander aus. Wer seine Zukunft in der BRD sah, lernte Deutsch, und im Laufe der Zeit merkte man nur noch am Akzent, dass er oder sie kein Einheimischer war. Vor 20 Jahren kam ich nach Berlin. Wieder eine große Firma, die Belegschaft noch viel internationaler. Alle wurden akzeptiert, weil sie die gleichen Sorgen hatten. Wir waren uns alle einig, dass die Politik und Justiz energischer gegen Sozialschmarotzer und Kriminelle vorgehen müsste.

Alle meine ehemaligen Kollegen, Freunde und Bekannten werden von Herrn Zaimoglu abqualifiziert als Rechte oder Dummköpfe, nur er sei politisch korrekt. Mit keinem Satz wird die Integrationsunwilligkeit der von ihm vertretenen ethnischen Gruppe erwähnt. Mit keinem Wort wird um Dialog und Integration geworben. Die Kriminalstatistik wird nicht erwähnt. Wozu auch? Das Missachten von Geboten, Verboten gehört leider bei vielen dieser Minderheit zum guten Ton. Sich aggressiv in der U-Bahn oder einigen Stadtbezirken zu benehmen auch. Und dieses Verhalten macht Angst.

Günter Kliche, Heidesee

Ich wusste zunächst nicht, ob ich lachen oder entsetzt sein sollte. Aber nach mehrfachem Lesen bleiben Ärger und Entsetzen. In der ganzen Suade findet sich nicht ein einziges Argument, das sich zum Beispiel mit den Problemen in dieser Stadt auseinandersetzt. Dafür nur Polemik von der billigsten Sorte, Schuldzuweisungen und – Gott sei’s geklagt – ein unglaubliches Maß an Dummheit. Und das auf einem Integrationskongress! Daraus also bildet sich die politische Meinung der Grünen! Da möchte man doch gleich zur Wahlurne laufen!

Gerd Hauth, Berlin-Hansaviertel

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