Leserbriefe : Agrarsubventionen abschaffen

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„Afrika ist nicht jenseits von uns“

von Horst Köhler vom 3. Dezember

Nach diesem großartigen Plädoyer zugunsten Afrikas stellt sich die Frage: was kann, was sollte Deutschland sinnvoller Weise tun?

Solange unser Agrarmarkt subventioniert wird, müssen die Deutschen teures Fleisch von Rindern essen, die u.a. mit Sojaimporten aus Brasilien gefüttert werden. Die starke Sojanachfrage führt häufig zur Brandrodung im Amazonas, der wiederum mit deutschen Steuergeldern via Entwicklungshilfe geschützt werden soll. Unsere durchaus wirksame Entwicklungshilfe wird durch unsere Agrarpolitik häufig konterkariert.

Viele deutsche und internationale Entwicklungsexperten sind sich darin einig, dass keine andere Einzelmaßnahme Entwicklungsländern und damit auch Afrika wirksamer und schneller helfen könnte als die Abschaffung der Agrarsubventionen und der Handelshemmnisse von Agrarimporten aus Entwicklungsländern.

Damit würden gleich sieben Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Erstens hätten Agrarstaaten der südlichen Hemisphäre endlich Exportmöglichkeiten nach Deutschland, zum Beispiel auch aus Afrika (Standortvorteil); zweitens würde die Viehfutternachfrage nach Soja aus Brasilien sinken mit der Folge, dass sich die Brandrodung des tropischen Regenwaldes am Amazonas vermindert, was wiederum einen positiven Einfluss auf das Weltklima hat und damit auch Afrika zugute kommt; drittens die Gefahren der Monokulturen in Entwicklungsländern nähmen ab; viertens Deutschland als größter Nutznießer der Globalisierung (Exportweltmeister) würde zu einem glaubwürdigen Partner; fünftens über steigende Agrarimporte aus Entwicklungsländern könnten ökologische Standards durchgesetzt werden; sechstens Lebensmittel in Deutschland würden billiger und siebentens die Entwicklungshilfe käme der angestrebten Nachhaltigkeit näher. Mit den vorhandenen Subventionen in Milliardenhöhe könnten die deutschen Landwirte stattdessen für Landschaftspflege, ökologische Produktion oder erneuerbare Energien (Biodiesel) unterstützt werden.

Wenn Deutschland Afrika wirklich helfen will, muss es die Subventionierung von Agrarprodukten streichen und ihren Import zulassen (fairer Handel). Damit wird etwas für das Weltklima getan. Gleichzeitig werden Lebensmittel besser (Ökofleisch von Naturweiden) und billiger. Die vorhandenen Agrarsubventionsmittel kommen den eigenen Ressourcen und dem Umweltschutz (erneuerbare Energien) zugute und unsere Entwicklungshilfe würde endlich glaubwürdig.

Bernd Breuer,

Berlin-Waidmannslust

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