Leserbriefe : Alle Institutionen beteiligen die Bürger an den Kosten

-

Betrifft: „Verbraucher schützen für 1,86 Euro“ vom 14. Mai 2003

Leider hat sich die Autorin nicht die Mühe gemacht, nachzuprüfen, dass die öffentliche Förderung der Verbraucherzentralen seit Jahren rückläufig, bestenfalls stagnierend, und längst keine gesicherte Finanzierungsgrundlage mehr ist. Für nicht erwähnenswert befand sie außerdem die Tatsachen, dass

1. der Umfang und die Komplexität der Beratungen und des Beratungsbedarfes dagegen ständig zunimmt,

2. die Arbeit der Verbraucherzentralen nicht nur kostenpflichtige, dafür aber individuelle Einzelberatungen umfasst,

3. sondern auch eine Vielfalt kostenloser Informationen via Internet, Faltblättern und Presseveröffentlichungen und

4. die Mitarbeit in politischen Ausschüssen und Gremien, um Verbraucherinteressen auf allen Ebenen durchzusetzen.

Unerwähnt bleibt auch, dass unsere aufwändigen Recherchen, Ratgeber und Veröffentlichungen oft das Material sind, auf denen Informationen anderer Anbieter basieren.

Im Übrigen ist es seit Jahren Praxis aller öffentlichen Institutionen, die Bürger und Bürgerinnen an den Kosten der öffentlichen Leistungen zu beteiligen. Gibt es denn eine einzige öffentliche Dienstleistung, angefangen von der Ausstellung eines Personalausweises, Führerscheines bis hin zur Anfertigung eines Totenscheines, die es noch kostenlos gibt?

Immerhin nutzen die Verbraucher/innen die Leistungen der Verbraucherzentralen freiwillig, da sie ihnen helfen, Geld zu sparen (zum Beispiel unabhängige Beratung zur Altersvorsorge) oder ihnen helfen, wieder zu ihrem Geld bzw. zu ihrem Recht zu kommen (zum Beispiel Handwerkerrechnungen; Fehlberatung von Banken).

Jutta Gelbrich (VerbraucherZentrale

Hessen, Vorstand), Frankfurt/M.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben