Leserbriefe : Alles nur Abzocke?

Zur Berichterstattung über geplante

Bußgelderhöhungen

Der Vorstoß vom Verkehrsminister zur Verschärfung der Bußgelder ist zu begrüßen, aber ich befürchte, er wird am Widerstand unserer Volksvertreter und Lobbyisten scheitern. Unsere Volksvertreter meinen, es würde nicht mehr Verkehrsdisziplin bringen. Ein Blick über den Tellerrand kann da manchmal helfen: Ich habe eine Zeit lang in der Schweiz gelebt, und eines lernt man dort innerhalb kürzester Zeit: bloß nicht falsch parken! Es dauert maximal zehn Minuten, bis man eine „Buße“ (= „Knöllchen“) hat, und das kann 500 Franken (ca. 300 Euro) kosten. Die Lehre daraus: Wenn der politische Wille da ist, kann man schon, wenn der Volksvertreter will, aber der will selber rasen und falsch parken!

Peter Kleimeier, Berlin-Friedenau

Es ist schon ein perfides Vorhaben, unter der Legende, die Verkehrssicherheit erhöhen zu wollen, dem Bürger erneut in die Taschen zu greifen. Die drastischen Bußgelderhöhungen, teilweise eine Vervielfachung der aktuellen Sätze, werden auch auf Fahrlässigkeitsdelikte und Bagatell-Parkverstöße ausgedehnt. Damit entlarvt sich der Plan im Wesentlichen als Abkassiererei.

Ulf Erik Finkewitz, Berlin-Steglitz

Man kann nur verständnislos den Kopf schütteln, wenn man hört, dass der ADAC und namhafte Politiker die drastisch erhöhten Bußgelder und Strafen für Raser und andere Verkehrsrowdys, die durch ihr rücksichtsloses Verhalten immer wieder Menschenleben auf dem Gewissen haben, als Abzocke bezeichnen. Leider sind solche Maßnahmen nötig, um einige Unverbesserliche abzuschrecken.

Sollen sich doch alle an die Vorschriften halten, dann haben sie keine Sanktionen zu erwarten, und es können viele Menschenleben gerettet werden.

Karl-Heinz Tessendorf, Berlin-Steglitz

0 Kommentare

Neuester Kommentar