Leserbriefe : Amerikas Krieg richtig einordnen

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Was Herr Joffe wieder anzubieten hatte, hat das Maß des Lesbaren verlassen. Es ist auch nicht mehr diskussionswürdig.

Inzwischen weiß alle Welt um die KZähnlichen Zustände auf Guantanamo und nun auch in Bagdad – und wo noch? Da versucht Herr Joffe, uns einzulullen, es seien nicht Folter, sondern „nur“ Misshandlungen gewesen. Solche Spitzfindigkeiten sind überholt und schamlos.

Dass Amerika von Bush und Co. ist längst zur Schande für die westliche Welt und insbesondere Berlin geworden. Ein letzter Rest von Anstand bestünde darin, dass sich die gesamte Soldateska der so genannten Allianz der Willigen schnellstens aus dem Irak schert, will sie nicht zu einer „Allianz der Folterer“ verkommen. Demokratie wird sie im Irak nicht zustande bringen, das Öl für Amerika sichern, ja.

Dr. Rudolf Stelzig, Berlin-Charlottenburg

Betrifft: „Amerika und die Folter“ vom 9. Mai 2004

Ich bin erleichtert, dass die Berichterstattung des Tagesspiegels scheinbar wieder Boden gefunden hat. Leider waren dazu Folterbilder aus dem Irak nötig. Ich bin jedoch beruhigt, dass nicht auch diese noch entschuldigt wurden.

Die journalistische Bewertung in der Vergangenheit hatte dies vermuten lassen, da kein Tag verging, da der Krieg Amerikas mit einigen Verbündeten, trotz aller Bedenken vieler, verteidigt und für richtig erklärt wurde. Da haben auch keine Daten und Fakten, dass der Krieg unter falschen Voraussetzungen geführt wurde usw., zu einer anderen Bewertung und Berichterstattung geführt. Als alle Fakten dagegen sprachen, wurde er mit dem Despoten Hussein gerechtfertigt und verteidigt. Trotz aller Erkenntnisse und Fakten von vielen Andersdenkenden und Informierten klammerte sich der Tagesspiegel an diesen letzten Fakt.

Günter Schwarz, Berlin-Schöneberg

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