Leserbriefe : Arbeit und Familie sind noch nicht vereinbar

„Daddy cool / Seit es Elterngeld gibt,

gehen sechsmal so viele Väter in Babyurlaub. Damit sind die Berliner bundesweit spitze“ von Christoph Stollowsky

vom 20. September

Mal nüchtern betrachtet: Generationen von Kindern wachsen de facto ohne Väter auf, da sie diese nur am Rande wahrnehmen. Schön, dass jetzt auch ein einstelliger Prozentsatz von Vätern erkennt, dass Kinder auch sie verdienen. Der gemeine Arbeitgeber sieht das noch keinesfalls so. Er hat schon kein Verständnis für Mütter, die sich um ihre Kinder kümmern wollen und noch weniger für Väter. Warum sollte er auch?

Keine Partei hat wirklich ein Konzept dafür, wie man Arbeit und Familie verbindet. Beide Eltern in Vollzeit ist ganz sicher keine Antwort. Da kommen alle zu kurz, und wir wundern uns weiter über Jugendliche, denen soziale Kompetenz und jeder Sinn für ihr Gegenüber fehlt.

Das logische und wünschenswerte Konzept, beiden Elternteilen durch ordentlich bezahlte, anspruchsvolle Teilzeittätigkeiten zu ermöglichen, ihre Familie zu ernähren und den Kindern ein stabiles Zuhause zu bieten, scheint eine Utopie zu bleiben, für die ich immer wieder belächelt werde. Aber wäre es nicht schön, wenn wir endlich einer Gleichberechtigung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt näher kämen? Wenn keine Frau mehr diskriminiert würde, weil sie unter Umständen ein Kind bekommt, weil auch Väter für ein halbes Jahr und länger ausfallen könnten? Letztlich profitierten wir alle davon.

Beate Vera, Berlin-Lichterfelde

0 Kommentare

Neuester Kommentar