Leserbriefe : Armut ist keine Schande

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Zur „Unterschicht“-Debatte

Armut und Verwahrlosung sind nur für diejenigen kongruent, die unsere Welt ausschließlich über die Umverteilung von Einkommen und Vermögen verbessern wollen. Dabei wird ausgeblendet, daß es ein erschreckendes Ausmaß an Wohlstandsverwahrlosung gibt. Das beginnt im Kindesalter, wenn Geschenkberge zu jeder Gelegenheit den Reiz nach immer mehr wecken und endet in der gesellschaftlichen Anerkennung von Reichtum. Wobei die in unserem Land besonders verbreiteten Eigenschaften wie Neid und Mißgunst nur die andere Seite dieser Münze sind.

Wenn Politik und andere gesellschaftliche Gruppen in erster Linie nur immer mehr Geld für sich und ihre Klientel einfordern, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn Armut als Schande betrachtet wird.

Gerd Hauth, Berlin-Hansaviertel

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