Leserbriefe : Auch Ärzte sind Kaufleute

„Besser privat versichert / Kassenpatient mit gebrochener Hand bekam keinen Termin in Vivantes-Klinik“ von Udo Badelt

vom 22. Dezember

Ich bin entsetzt und empört über die Äußerung der Patientenbeauftragten, dass bei der Entscheidung der Ärzte, ob ein Patient behandelt wird oder nicht, „die Ertragssituation eine wichtige Rolle“spiele.

Mir haben in meinem ganzen Berufsleben als Krankenschwester die Leitungen zahlreicher Häuser immer gesagt, dass niemand abgewiesen werden dürfe, und meine Kolleginnen und ich haben nach diesem Grundsatz gehandelt. Alles andere wäre uns wie unterlassene Hilfeleistung vorgekommen (nach Paragraf 323c Strafgesetzbuch mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe bewehrt).

Der nächste Satz haut dem Fass den Boden aus: „Sollte … eine Behandlung keine Frage des medizinisch Gebotenen mehr sein, sondern eine des möglichst hohen Ertrages, dann würde die Versorgung in Berlin problematisch werden."

Ist die Patientenbeauftragte nicht gerade dazu da, die Rechte der Patienten zu stärken und dafür zu sorgen, daß eine solche Entwicklung verhindert wird? Oder habe ich da etwas falsch verstanden, und dieses Amt wurde nur eingerichtet, weil wieder mal ein Versorgungsfall eingetreten war?

Evelin Zesewitz, Berlin-Lichterfelde

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben