Leserbriefe : Auch Atomkraftwerke verbrauchen Rohstoffe

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„Lauf der Zeiten“ vom 4. November 2005

Sehr geehrte Frau Weidenfeld, obwohl es ja als schick gilt, ein Atomkraftgegner zu sein, sprechen doch genau die in Ihrem Artikel beschriebenen Fakten für die Atomkraft. Für mich als kritischen Bürger ist es schon seit Jahren nicht nachvollziehbar, wie so genannte Umweltschützer die Stilllegung von allen AKWs in Deutschland fordern, so als hätte dies absolut keine Auswirkung auf unser Klima. Denn jeder, der im Physikunterricht nicht völlig geschlafen hat, weiß doch, dass CO2 bei jeder Verbrennung entsteht. In einem AKW findet aber keine Verbrennung statt. Ein Bekannter von mir, von Beruf Physiker, hat dies einmal auf den Punkt gebracht: „Bei einem AKW wird etwa so viel CO2 erzeugt, wie bei 100 Kühen, die auf der Weide pupsen.“ Deshalb ist Ihr letzter Satz so wichtig für unser Land. „Diese Frage muss man sich auch in diesem Land stellen dürfen.“ Vielen Dank, Frau Weidenfeld, für Ihren mutigen Artikel.

Erwin Jockmann,

Berlin-Charlottenburg

„Lauf der Zeiten“ und „Comeback ohne Brennstoff“ vom 4. November 2005

Da schreibt Frau Weidenfeld im Leitartikel auf der ersten Seite eine verdeckte Werbeanzeige für die Energiekonzerne, weil doch die Atomkraft unser Klima retten könne. Im Wissenschaftsteil wird diese von den Konzernen neu entdeckte Argumentation von Herrn Schumann einsichtig widerlegt. Abgesehen von den nur noch für einige Jahrzehnte zur Verfügung stehenden Uranvorräten ist zu bedenken, dass Atomkraftwerke (AKW) weit weg von den Verbrauchern stehen, und zwei Drittel der gewonnenen Energie als Abwärme in die freie Natur entlassen werden. Der Unsinn der Argumentation von Konzernen und Frau Weidenfeld wird noch klarer bei den von Herrn Schumann zitierten Berechnungen, dass zum Erreichen der Klimaziele in Deutschland bis 2050 mindestens 60 neue AKWs gebaut werden müssten. Schade, dass Sie die Platzierung dieser beiden Artikel nicht ausgetauscht haben. Prof. Dr. med. Klaus-Werner Wenzel, Berlin-Zehlendorf

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