Leserbriefe : Auch auf drei oder fünf Spuren herrscht Gedränge

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Betrifft: „Zu leicht gemacht“ im Tagesspiegel am 16. Dezember 2002

Wie recht er doch hat, Ihr Autor. Die insgesamt positiven Erfahrungen aller anderen europäischen Länder mit „Tempo 130“ oder weniger, müssen uns nun wirklich nicht interessieren. Wissen wir doch, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen „nur halbherzige und obendrein recht fragwürdige Reaktion“ sind, um die „Sicherheit wirklich zu erhöhen“.

„Die Autobahn braucht endlich eine dritte Spur pro Richtung“. Bravo! Endlich einmal einer, der es denen da oben gibt. Da sehen wir doch auch großmütig darüber hinweg, dass die mittlerweile reichlich vorhandenen dritten Spuren auf deutschen Autobahnen das Gedrängel von der zweiten auf die dritte Spur verlagern, weil sich auf den beiden rechten Spuren die LKWs spannende und immer wieder gern gesehene Überholduelle liefern mit TempoUnterschieden von bisweilen ein bis zwei, oft sogar drei Stundenkilometern. Und dass auf der dritten Spur dafür um so heftiger gedrängelt wird, können wir auch nicht so recht kritisieren, haben wir doch Pferdestärken unter der Haube unserer Mini-Pkws, die locker für mindestens Tempo 200 reichen würden.

Ich plädiere für eine vierte und fünfte Spur, was die Ausbaukosten – relativ wenigstens – senken würde und auch diese neuen Spuren schleunigst überfüllen würde, wie man im Kölner oder Frankfurter Raum beobachten kann. Dort bewegt man sich auf der äußerst rechten Spur ganz kommod, während links die freien Bürger im Stau ihre freie Fahrt genießen.

Intelligente Verkehrsbeeinflussung ist auch eine sehr gute und wichtige Forderung. Von ihrem völlig unbestreitbaren Nutzen können wir uns tagtäglich schon im näheren Berliner Umland überzeugen. Wenn auf den mittlerweile ebenfalls reichlichen Schilderbrücken einmal Tempo 120 oder weniger aufleuchtet, dann hat das schon einmal mindestens Vorschlag-Charakter, der von mindestens einem Zehntel der Autofahrer dankbar aufgegriffen wird. Und dass die anderen 90 Prozent solche Vorschläge in den Wind schlagen, kann ihnen so recht auch keiner übel nehmen. Erstens wissen sie selbst am besten, welche Geschwindigkeit die richtige ist für sie und zweitens kennen sie ja schließlich die einschlägigen Stellen, wo die bösen Radarfallen aufgestellt werden. Michael Langhof, Berlin-Schöneberg

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