Leserbriefe : Auch Taliban sind Menschen

Zum deutschen Einsatz in Afghanistan

Unsere Politiker sollten endlich die Realitäten anerkennen und die Bundeswehr abziehen. Afghanistan ist der größte Opiumproduzent der Welt, in Afghanistan versenkte die westliche Welt bisher ca. 30 Milliarden Euro ohne sichtbaren Erfolg auf Seiten der Afghanen erzielt zu haben, noch nicht Mal die Ansätze einer Zivilgesellschaft sind erkennbar. Die Wahlen wurden massiv manipuliert, die meisten Akteure sind korrupt bis auf die Knochen. Solange die entstehenden afghanischen Institutionen wie die eines „failed state“ agieren, Tribalismus und Vetternwirtschaft herrschen, nutzen die schönsten Aufbauleistungen nur den organisierten afghanischen Kriminellen!

Alle dort anwesenden westlichen Staaten müssen endlich erkennen, dass sie in Afghanistan an ihre militärischen, politischen und kulturellen Grenzen (Islamisten sind mit christlisch-jüdisch geprägter Kultur nicht kompatibel, auch unsere Soldaten bleiben „Ungläubige“, also Feinde im Land) gestoßen sind.

Klaus Katzur, Berlin-Zehlendorf

Spielt es irgendeine Rolle, ob da „nur Taliban“ oder ob auch „unschuldige Zivilisten“ unter den Toten sind? Ist es ein „feiger, hinterhältiger Anschlag“, wenn Taliban eine Autobombe zünden, aber eine „rechtmäßige Aktion“, wenn wehrlose Menschen aus der Luft mit Bomben belegt werden? Darf man Taliban töten, einfach weil sie Taliban sind? Sind das keine Menschen? Einst wurden Juden, Zigeuner, Homosexuelle sozusagen für vogelfrei erklärt. Und jetzt die Taliban?

Ed Dellian, Berlin-Zehlendorf

Es ist unmöglich, dass es bei bewaffneten Konflikten weder zu Toten noch zu Fehlern kommt; man kann nur versuchen, sie so gering wie möglich zu halten. Alles andere ist Medienhype und/oder Stammtischgequatsche.

Ulrich Waack, Berlin-Lichtenrade

Das Schicksal der Opfer des Angriffs stimmt traurig und nachdenklich. Die Frage, die sich eigentlich schon immer gestellt hat, ist, ob es erforderlich ist, die Freiheit der westlichen Welt mit militärischen Mitteln am Hindukusch zu verteidigen. Gegenüber den dort eingesetzten Soldaten aber ist es mehr als grob unfair, wenn man erst (bis auf die Linkspartei) die Entsendung im Bundestag beschließt, dann aber Ereignisse, die mit einem solchen Einsatz in einem Kriegsgebiet leider einhergehen können, zu Wahlkampfzwecken für sich instrumentalisiert. Wenig hilfreich ist dabei vor einer weiteren Aufklärung des Vorfalls auch die eifrige Kritik aus europäischen Partnerländern.

Dr. Dr. Christian Schulte,

Berlin-Frohnau

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