Leserbriefe : Ausverkauf von Stadtwerken ist kurzsichtig

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„Gasprom will Stadtwerke kaufen“

vom 15. Dezember 2005

Wenig überrascht, aber voller Bestürzung las ich im Tagesspiegel, dass die russische Gasprom auf den deutschen Markt drängt. Mit der Ankündigung, deutsche Stadtwerke aufzukaufen, bestätigt sich nicht nur der Trend, dass die Energieriesen expandieren und ihr Oligopol im Energiesektor verfestigen. Auch bestätigen sich die in der Energiebranche kursierenden Gerüchte des Aufkaufs einzelner Stadtwerke durch die Gasprom. Es ist erschreckend, wie einzelne Städte und Gemeinden auf kurzfristige Gewinne blickend den Verkauf ihrer Stadtwerke vorbereiten. Dabei lassen sie völlig außer Acht, dass sie nicht nur ein Stück Unabhängigkeit vom hart umkämpften Energiemarkt verkaufen. Es gibt viel weiter reichende Auswirkungen. Neben einer Vielzahl von Arbeitsplätzen werden auch die Erträge des häufig gut aufgestellten Wärmegeschäfts der Stadtwerke preisgegeben. Um die Frage, wie zukünftig die Modernisierung von Schulen und Kitas, der Betrieb von Spaßbädern oder der Betrieb des öffentlichen Personennahverkehrs gesichert sein wird, scheint sich unter den Verantwortlichen kaum jemand Gedanken gemacht zu haben.

Timo Sengewald, Berlin-Tegel

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