Leserbriefe : Bahn und Fahrrad statt Flugzeug und Auto

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Zur Diskussion über den Klimawandel

China hat für sich, und sicherlich ebenso stellvertretend für die „restlichen“ vier Fünftel der Menschheit, eingefordert, auch erst einmal den uns gewohnten materiellen Wohlstand und Lebensstandard zu erlangen – bis man sich quasi auf gleicher Augenhöhe begegnen kann. Auch hier scheint niemand sich ausgerechnet zu haben, was das bedeutet, da schon der klimaschädliche Schadstoffausstoß unserer „ersten“ Welt die baldige Apokalypse bedeutet, wenn da nicht drastisch reduziert würde: Rund eine Milliarde, deren Output schon jetzt als letale Dosis für das Klima angesehen wird, steht weiteren fünfeinhalb Milliarden Menschen gegenüber, die anstreben, ebenbürtig zu sein. Also eine Verfünffachung des Schadstoffausstoßes – von den anderen negativen Umwelteinflüssen mal ganz abgesehen. Hinzu kommt der immer noch annähernd exponenzielle Bevölkerungszuwachs unserer Art, so dass die menschverursachte Produktion klimaschädlicher Substanzen bis Mitte dieses Jahrhunderts tatsächlich nochmals um ein Vielfaches höher liegt. Auch wenn „unsere Milliarde“ Europäer, Nordamerikaner u. a. bis zum Jahr 2030 beispielsweise überhaupt keinen Schadstoffausstoß mehr produzierten, würde das den Klimawandel nicht aufhalten.

Bernhard H. Behrens, Berlin-Spandau

Vor zehn bis 15 Jahren gab es gerade im Osten nur sehr wenige Normalbürger, die sich ernsthaft zum Klimawandel Gedanken machten und sogar danach lebten: Bahn und Fahrrad statt Flugzeug und Auto. Energie sparen, wo immer es geht. Dabei gibt es die bedrohlichen Klimaprognosen jetzt seit mittlerweile 20 Jahren, einschließlich der Verweise auf Quellen und Verursacher.

Viele, deutlich zu viele haben sich inzwischen an ihre stadttauglichen Geländewagen gewöhnt, sind Flugmeilen-Millionäre zu Billigpreisen geworden. Wer wird sie nun zurückholen, da der selbstzerstörerische Irrweg endlich von der Politik erkannt worden ist? Der Kommerz wird seine Verlockungen nicht aus Vernunftgründen verbergen und aus den übergroßen Schaufenstern nehmen. Wie viele schaffen aus eigenem Antrieb, ohne Sanktionen, den schon so lange notwendigen Klimaschutzumstieg ?

Dr. Bernd-Reiner Paulke,

Potsdam

Solange wir Menschen immer noch meinen, dass die Kosten das größte Problem des Klimawandels sind (womöglich gehen Arbeitsplätze verloren, Himmel hilf!), sind wir wohl nicht zu retten.

Ulrich Leonhard Waechter,

Berlin-Kreuzberg

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