Leserbriefe : Bahnhof Zoo darf nicht abgehängt werden

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„BahnChef will Zoo vom Fernverkehr abkoppeln“ vom 8. Mai 2005

Eine absurde Vorstellung: Was Stalin mit der Blockade, Chruschtschow mit dem Berlin-Ultimatum und Ulbricht mit dem Mauerbau versagt geblieben ist, will nun der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG vollbringen? Die Abkopplung Westberlins vom Eisenbahn-Fernverkehr der übrigen Bundesrepublik Deutschland soll dem Vernehmen nach pünktlich zum 58. Jahrestag der Berlin-Blockade vollzogen werden. Ein Treppenwitz der Geschichte.

Wer seine ICE-Flitzer auf dem Weg nach Köln in Dortmund, Bochum, Essen, Duisburg und Düsseldorf halten lassen kann, in Städten von Berliner Bezirksdimensionen und kaum einen Katzensprung voneinander entfernt, dem geht es nicht um kürze Reisezeiten. Wer in Marktflecken wie Bielefeld oder Hamm einen ICE-Bahnhof wirtschaftlich betreiben kann, dem geht es nicht um die Umsatzrenditen des schönen neuen „Berlin-Hauptbahnhof-Lehrter Bahnhof“. Er will in Wahrheit den Status Westberlins als integralen Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland verändern. Nicht mit uns Berlinern, Herr Mehdorn! Wir haben schon ganz andere Krisen gemeistert. Die Konsequenz der Westberliner beim S-Bahn-Boykott sollte Ihnen zu denken geben. Und für den Rest, General Clay, übernehmen Sie! Setzen Sie ein Panzerbatallion Richtung Potsdamer Platz in Marsch. Das dürfte die Herren dort im „Headquarter“ der Deutschen Bahn schon zur Raison bringen, die Schnapsidee schnellstens in den Schubladen verschwinden zu lassen.

Ingo Klatt, Berlin-Schönhausen

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