Leserbriefe : Bahnhof Zoo liegt nicht am Abstellgleis

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„Pro & Contra: Klare Mehrheit für Fernbahnhof Zoologischer Garten“

vom 17. Mai 2005

Wir können Herrn Mehdorn in diesem Fall überraschenderweise einmal völlig zustimmen! Aus unserer Sicht zwar viel zu spät, aber endlich wird ein „vernünftiges“ Haltekonzept für Fernzüge in Berlin umgesetzt: Osten (Ostbhf.) – Mitte (Lehrter Bhf.) – Westen (Bhf. Spandau). Dies hätte die Bahn zwar auch schon seit Eröffnung der ICEStrecke Richtung Westen tun können (dann mit Zoo in der Mitte), aber immerhin! Es ist völliger Unsinn, ICE oder sonstige Fernzüge sowohl am Zoo als auch Lehrter Bhf. halten zu lassen! Jedem Fahrgast, der in die City West möchte, ist es ohne weiteres zuzumuten, eine etwa alle zwei Minuten verkehrende S-Bahn zu nutzen, die dann sechs Minuten später am Zoo ist. Immerhin ist diese „Anschlussfahrt“ ja sogar schon mit dem Ticket zum Lehrter Bhf. bezahlt, also praktisch kostenlos.

Olaf und Dr. Silke Klee, Berlin-Staaken

In einem Jahr fahren circa fünfzig Prozent der Fern- und Regional-Züge, die jetzt am Bahnhof Zoo halten, über die unteren Bahnsteige in Nord-Süd-Richtung bzw. umgekehrt durch den Lehrter Bahnhof. Sie können dann rein technisch nicht mehr am Bahnhof Zoo halten, so dass hier die Hälfte frei wird und man von einer Überlastung gar nicht mehr sprechen kann. Wenn die verbleibenden Züge des Ost-West-Verkehrs nicht mehr am Bahnhof Zoo halten sollen, muss es andere Gründe haben.

Man will den Lehrter Bahnhof, der sich Hauptbahnhof nennt, einen sehr schlechten oder gar keinen Zugang mit S-, U- und Straßenbahn hat, mit aller Kraft hochpäppeln, weil man fürchtet, dass ansonsten viele Bahnkunden wegbleiben. Es kann doch nicht Aufgabe der Bahndirektion sein, über die Bahnkunden zu bestimmen oder Ladeninhaber zu unterstützen, die es auch am Zoo gibt.

Karl Joachim Kumlin, Berlin-Charlottenburg

„Am Mythos vorbeifahren“

vom 15./16. Mai 2005

Die lieben Westberliner Bürger und auch die Redaktion des Tagesspiegels müssen ganz einfach lernen, an Kopf und Körper beweglicher zu werden. Schließlich müssen wir Ostdeutschen dies schon seit vielen Jahren tun. Seit geraumer Zeit ist Berlin keine geteilte Stadt mehr und da haben sich auch solche vom Tagesspiegel gebrauchten synthetischen Wörter wie „City West“ schlicht überholt (es gibt nur eine City und die liegt in Berlin Mitte).

Alle, die jetzt um ihren lieben Bahnhof Zoo aufschreien (ein viel zu beengter und ungemütlicher Bahnhof), sollten zur Kenntnis nehmen, dass Milliarden Euro in neue Schienenverkehrswege in Berlin investiert worden sind, deren zentraler Punkt der neue Hauptbahnhof ist. Dieser liegt nun mal weiter östlich und der Bahnhof Zoo etwas abseits davon. So ändern sich die Zeiten.

Winfried Scholz, Berlin-Pankow

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