Leserbriefe : Behinderung ist ein Tabu

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„Bürgerrechte statt Almosen“

von Keyvan Dahesch vom 11. Februar

Zum Thema gehört, dass die „Euthanasie“-Verbrechen der Nationalsozialisten – auch in den Medien – nur am Rande erwähnt werden. Desinteresse und gesellschaftliche/politische Ignoranz kennzeichnen bis heute den Umgang mit den mehr als 200 000 ermordeten Opfern.

Die den Verbrechen zugrunde liegende Ideologie fand auch nach dem Ende des NS-Regimes breite gesellschaftliche Akzeptanz. Viele Täter setzten ihre Karrieren in verantwortlichen Positionen fort. Der „alte Geist“ trug zur Tabuisierung des Themas Behinderung bei, so dass auch viele Betroffene und ihre Familien die Geschehnisse schamvoll verschwiegen und verdrängten.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach einem würdigen Gedenken an die „Euthanasie“-Opfer in Berlin. Das Erscheinungsbild des Mahnmals für die Opfer der Krankenmorde an der Philharmonie wird dem Anspruch eines angemessenen Gedenkens in keiner Weise gerecht und ist ein beschämendes Beispiel deutscher Erinnerungskultur.

Sigrid Falkenstein, Berlin-Lichtenrade

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