Leserbriefe : Berlin muss Party künftig selber bezahlen

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„Wulff wettert gegen Wowereit“ vom 4.11.

Was Herr Christian Wulff gegen die Berliner losgelassen hat, ist ungeheuerlich und disqualifiziert ihn als freundlichen, geistig hochstehenden möglichen Kanzlerkandidaten. Die Westberliner haben durch die Teilung besonders gelitten und haben doch sehr viel für die Aufrechterhaltung der menschlichen Verbindung und späteren Wiedervereinigung getan. Wir sind jahrzehntelang einmal im Monat zu den Verwandten gefahren (Kosten nie unter 200 DM), und dies als kleiner Angestellter mit Familie. Beim Jahressteuerausgleich hat das Finanzamt Tempelhof angerufen und gefragt, warum da Bons vom Frühjahr und Sommer bei sind und die 2,95 DM für Faserstifte müsse man streichen, da sie nicht notwendig zum Leben wären. Meine Frau erklärte, wenn man zu Weihnachten viele Kinder beschenke, müsse man einige Sachen preiswert das ganze Jahr über kaufen. Darum macht uns die Aussage Subventionsmentalität so wütend, und ich halte dieses für einen Skandal – und dieses noch dazu auf die ganze Berliner Bevölkerung zu beziehen! Viele Westdeutsche aus Politik und Wirtschaft hätten zu DDR-Zeiten ruhig mal als Tourist einreisen sollen und sich nicht nur nach der Wende als große Entdecker des Ostens aufspielen. Das muss man selbst dem alten Bundeskanzler Kohl hoch anrechnen, auch wenn man nicht CDU-Wähler ist, denn dieser ist mit seiner Familie als Tourist mehrmals eingereist und hat die Überwachung hautnah erlebt.

Uwe Schimpf, Berlin-Spandau

Ministerpräsident Wulff sagt, in München habe man kurzerhand einen Flughafen geschlossen und einen anderen, größeren, in Betrieb genommen. Die Baugeschichte sieht aber so aus: 1963 wurde zur Ermittlung eines geeigneten Standortes eine Kommission eingesetzt. Bereits 1970 meldeten sich 5724 Kläger, von denen 40 Musterkläger zugelassen wurden. 1980 wurde mit dem Bau des Flughafens begonnen. Am 17. Mai 1992 zog der komplette Flughafen um. Nach steigenden Passagierzahlen wurde dann im Juni 2003 das neue Terminal 2 eröffnet. Das nennt Herr Wulff also „kurzerhand“.

Volker Schewitz,

Berlin-Charlottenburg

Christian Wulff hat mit seinen Vorwürfen wohl im Wesentlichen recht. Die Verschuldung Berlins ist katastrophal. Die Entscheidung der sozialdemokratisch-kommunistischen Koalition, die Wohnungsunternehmen nicht zu verkaufen, halte ich für falsch. Das Schuldenmachen ist kein guter Weg in die Zukunft.

Berthold Falk, Berlin-Mariendorf

Der Wahrheitsgehalt der Rede des niedersächsischen Ministerpräsidenten könnte höher nicht sein. Man schaue sich nur die aktuelle Schulpolitik des rot-roten Senats an...Wenn man ständig ideologisch motivierte Gleichmacherei betreibt, Leistungsträger abstraft und auch sonst nach fünf Jahren Wowereit nichts Nennenswertes vorzuweisen hat, ist die „Ohrfeige“ aus Karlsruhe mehr als berechtigt. Zumindest muss Berlin den weiteren Verlauf der „Party“ jetzt aus eigener Tasche zahlen. Und das ist auch richtig so...

Dr. Christian Schulte, Berlin-Frohnau

Der, der nichts stemmen musste, hat gut schwatzen. Was hat Christian Wulff als Vertreter der politischen Klasse bisher zur nachhaltigen Lösung der Probleme in unserem und in seinem Land beigetragen? Mir ist nichts in Erinnerung.

Siegfried Nenstiel,

Berlin-Schmargendorf

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