Leserbriefe : Berlin vergaß Nofretetes Mäzen

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„Operation Nofretete: Eine Ägypterin zieht um“ vom 9. Februar und „Die Insel ruft“ vom 11. Februar 2005

Sie schreiben, dass Nofretete 1920 ins Vorderasiatische Museum „kam“, nur wie ist sie dahin gekommen? Die „Schöne vom Nil“ wurde 1920 von dem erfolgreichen jüdischen Unternehmer und bedeutendsten Mäzen seiner Zeit, James Simon, dem Ägyptischen Museum neben etlichen anderen Kunstwerken geschenkt. Simon war Begründer der DeutschenOrient-Gesellschaft, finanzierte viele Ausgrabungen und arbeitete eng mit dem langjährigen Direktor der Gemäldegalerie, Wilhelm Bode, zusammen. James Simon förderte nicht nur die Kunst, sondern war auch sozialpolitisch überaus engagiert und wäre ein gutes Vorbild für manchen heutigen „Raubtierkapitalisten“.

In der NS-Zeit wurden seine Schenkungen an die Museen natürlich nicht entfernt, sondern galten als Spenden eines „anonymen Wohltäters“.

Anonym blieb und bleibt James Simon, der auf dem Jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee begraben ist, offensichtlich weiterhin: Keine Straße, kein Weg, kein Platz in Berlin erinnern an diesen bedeutenden Mann, der trotz seines Reichtums und Mäzenatentums sich immer bescheiden, liebenswert und humorvoll zeigte.

Matthias Kukulka, Berlin-Zehlendorf

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