Leserbriefe : Besser selbst kochen

„Auf den Inhalt kommt es an / Supermarktkunden stoßen auf immer mehr gefälschte Lebensmittel. Wie täuschen die Hersteller die Verbraucher?“ von Heike Jahberg,

Saskia Weneit und Rainer Woratschka

vom 11. Juli

Zu Recht sind wir empört über die vielfältigen Surrogate der Lebensmittelindustrie, die uns als Nahrungsmittel verkauft werden. Eine klare, übersichtliche und leicht verständliche Kennzeichnung ist mehr als überfällig. Inhalts- und Zusatzstoffe müssen eindeutig als das zu identifizieren sein, was sie sind – und nicht, was sie sein sollen. Schlimm genug, dass die Werbung uns täglich suggeriert, dass industrielle Fertigprodukte den frischen, selbstgemachten überlegen sind (weil es ja so viel einfacher und schneller geht). Das jüngste scheußliche Beispiel dafür ist die Werbung,wo die italienische Mama auf dem Markt der jungen Kundin ein Tütchen Salatfix statt der frischen Kräuter für die Salatsauce überreicht.

Dennoch haben wir als Verbraucher es jetzt schon in der Hand, uns von der Lebensmittelindustrie keine billigen Imitate andrehen zu lassen. Drehen wir doch lieber denen eine lange Nase! Im Supermarkt um die Ecke hat man die Wahl zwischen Grundprodukt oder fertiger Industrieware. Und das Umland von Berlin bietet eine Fülle von Anbietern, die großartige regionale und saisonale Lebensmittel bieten – auf den Wochenmärkten der Stadt, oder sogar bis vor die Haustür geliefert. Obst, Gemüse, Fleisch und Milchprodukte in Hülle und Fülle. Frisch und in guter Qualität.

Und das Schöne ist: Wenn man das konsequent durchexerziert, ist es meistens auch noch billiger, als die fertigen Produkte der Lebensmittelindustrie zu kaufen. Ganz abgesehen davon, dass es auch noch besser schmeckt. Jeder der einmal Pesto selbst gemacht hat, wird nie wieder fertiges aus dem Glas kaufen. Eine Vinaigrette mit frischen Kräutern ist nicht schwieriger zu machen, als ein Dressing aus der Tüte. Und der Joghurt, mit frischen Früchten der Saison selbst angemacht, verweist die Industrieware mit dubiosen Aromen dahin, wo sie hingehört: in die letzte Reihe oder am besten gleich auf den Müll.

Fazit: Wir müssen nicht auf eine bessere Kennzeichnung warten, um zu wissen, was in unserem Essen drin ist – wenn wir es selbst zubereiten. Gute Küche ist nicht kompliziert. Gehen wir also von den Grundprodukten aus und fangen wir an zu kochen!

Susanne Hochmann,

Berlin-Wilmersdorf

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