Leserbriefe : Bessere Arbeitsbedingungen sind viel wert

„Das Leiden der Lehrer“

von Harald Martenstein vom 22. Februar

Der recht platt geratenen Glosse von Harald Martenstein über die Lehrergehälter sei ein Zitat aus Erich Kästners „Konferenz der Tiere“ gegenübergestellt, in der die Tiere die verantwortlichen Staatsoberhäupter zur Rettung der Kinder verpflichten. Der Vertrag sieht unter anderem vor: „Die bestbezahlten Beamten werden in Zukunft die Lehrer sein. Die Aufgabe, die Kinder zu wahren Menschen zu erziehen, ist die höchste und schwerste Aufgabe.“

Adelheid Mallach, Potsdam

Wie immer ist Martensteins Kolumne treffend und bereichernd. Durch die Überschrift entsteht jedoch ein falsches Bild. Es geht nicht allgemein um die Lehrer in Berlin, sondern nur um die nicht verbeamteten Lehrer. Was von der Anzahl her einen recht großen Unterschied bedeutet, denn nur sie erhalten maximal 1200 Euro mehr. Die meisten unserer Berufsgruppe werden mit ihrem Gehalt zufrieden sein, sieht man von der circa zehnprozentigen Minderung und der ebenfalls seit 2003 (!) bestehenden Einfrierung der Gehälter ab. Die überwiegende Zahl der Lehrerinnen und Lehrer würde jedoch vieles darum geben, wenn sich ihre Arbeitsverhältnisse gravierend verbessern würden. Dazu zählt neben einer Stundenanpassung mehr noch eine Reduzierung der Klassenstärke und der Berücksichtigung des sozialen Hintergrundes der Schülerschaft.

Klaus Bergfeld,

Berlin-Konradshöhe

Gerechtfertigt sind die 1200 Euro im Monat zusätzlich, die Junglehrer nun bekommen, allemal. Ungerecht ist aber, dass für die gleiche Arbeit nun extrem unterschiedliche Gehälter gezahlt werden. Und abgesehen von der Bezahlung: Wer möchte denn unter den Bedingungen, unter denen heute Unterricht stattfindet, noch Lehrer werden? Da gehört schon eine ordentliche Portion Mut und Optimismus dazu. Auch das führt mit zum Lehrermangel. Da muss schnellstens nachgebessert werden, Herr Senator Zöllner!

Anke Brunner, Berlin-Friedenau

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