Leserbriefe : Billige Tickets sollte jeder erstehen können

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„Nachgerechnet“ vom 19. Mai 2005

Wieder so eine „supertolle Aktion“ der Bahn! Billige Bahntickets bei Lidl. So wolle man neue Kunden dazugewinnen, heißt es. Na prima, und der Stammkunde hat das Nachsehen.

Ich pendle wöchentlich zwischen Berlin und Münster. Dies tue ich sehr gerne mit der Bahn. Die Qualität, der Service und die Freundlichkeit der Bahnmitarbeiter haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Auch die Pünktlichkeit ist entgegen aller Unkenrufe besser geworden. Für diese guten Leistungen, die das Unternehmen Bahn für mich erbringt, zahle ich im Jahr mit BahnCard50 über 3000 Euro. Hei, was würde ich mich freuen, wenn mal wieder ein Gutschein für die 1. Klasse drin wäre oder gar ein Freifahrtschein nach Rügen oder die Einladung zu einer BahnComfortParty oder, oder, oder.

Statt meiner werden Lidl-Kunden mit unglaublich günstigen Bahn-Tickets beglückt. Ich fühle mich, als hätte ich gerade in meiner Stammkneipe brav meine Rechnung bezahlt und müsste beim Hinausgehen feststellen, dass der Wirt die ganze Zeit Freibier an die Passanten verteilt hat. Oh wie schade, das letzte Fass ist leider leer. Für mich ist nichts mehr da.

Günter Boymanns, Berlin-Charlottenburg

Morgens 7.50 Uhr bei Lidl in Hamburg-Eimsbüttel – es sah aus wie im Krieg: lange Schlangen, elendiges Warten. Tickets bekommen habe ich keine. Die Bahn hatte beste Publicity – auf Kosten Ihrer Kunden. Denn Tausende von Verbrauchern hatten das Nachsehen. Die Leute wollen so gerne günstige Fahrkarten kaufen. Warum geht das nicht?! Das sind keine „modernen Vertriebswege“ (Mehdorn), das wirkt auf mich wie „Mangelwirtschaft“ und „Osteuropa“. Mehdorn: Setzen, Sechs!

Jens Christian Berggreen, Hamburg

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