Leserbriefe : Brasilianische Verhältnisse

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„Ein bisschen arbeitslos“

vom 22. Mai 2006

Wenn die ohnehin durch die Gesellschaft Unterprivilegierten jetzt auch noch um die wenigen Groschen des ALG II fürchten müssen, kann irgendetwas nicht mehr stimmen in unserem Staat.

Während mir selbst mehr Arbeitswillige als Arbeitsunwillige bekannt sind, besteht zudem der Sachverhalt, dass sich durch zusätzliche Sanktionen keine neuen Arbeitsplätze schaffen lassen. Wenn an der Gesamtsituation etwas Sinnvolles geändert werden sollte, dann müsste man ganz dringend bei Kompetenz, Fähigkeit und Organisation der Arbeitsgemeinschaften und Jobcenter ansetzen. Wenn aber ALG-II-Empfänger schon in kleinem Rahmen nicht professionell betreut werden können, weil es an geeigneten Mitarbeitern in den Arges fehlt, nützen solch neuerliche Regelungen nichts.

Angesichts der maroden Finanzlage soll jetzt eine noch härtere Gangart gegen Hartz-IV-Empfänger gefahren werden. Wenn es darauf hinausläuft, dass noch mehr gestrichen und gekürzt wird, sind brasilianische Verhältnisse in Deutschland nicht mehr allzu fern und wir können mit einer erheblich ansteigenden Kriminalitätsrate auf unseren Straßen rechnen.

Lucien Berneaux, Hamburg

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