Leserbriefe : Brilliant recherchierter Artikel

-

Betrifft: „Anderthalb Jahre Einsamkeit“ im Tagesspiegel vom 8. Januar 2003

Dieser Artikel ist brilliant recherchiert und absolut richtig. Umso unverständlicher erscheint mir die Kritik im Organ der Berliner Jüdischen Gemeinde, FebruarHeft „Jüdisches Berlin“. Dort spricht man von einer Verunglimpfung des Vorsitzenden der Berliner Jüdischen Gemeinde. – Nein, Brenner lässt noch die gesamte Repräsentantenvereinigung (das Gemeindeparlament) einstimmig (!) (sehr ungewöhnlich) einen Brief an den Tagesspiegel unterschreiben. Holt sich in diesem Brief völlig einseitige und entstellende Zitate aus dem Artikel von Frau Röhrs und verfälscht dadurch bewusst diesen Artikel.

Genauso wie die Bürger, die gegen die Strassenumbenennung in „Jüden-Strasse“ protestieren, in die Ecke von Neonazis zu rücken, zeugt das von Instinktlosigkeit. Auch bei der Umbenennung eines Teils der Iranischen Str. in Heinz-Galinski-Str. gab es Einwendungen, aber niemand bezeichnete diese Bürger als Neonazis bzw. stellte sie mit ihnen in eine Reihe.

So ist es unter der heutigen Gemeinde und Zentralratsführung ja auch üblich, sich als Diplomatische Vertretung Israels bzw. Sprachrohr in Deutschland aufzuführen. Unter meinem Vater, Heinz Galinski, undenkbar! Politische Meinungsäußerung, berechtigte Kritik auch – aber nicht wie heute alle Kritik von Juden an Israel gleich Nestbeschmutzung und alle Kritik von Nichtjuden an Israel gleich Antisemitismus! Gerade in deutschen Medien wird noch vergleichsweise positiv über Israel berichtet. Im Ausland und gerade auch in Israel wird wesentlich schärfer Kritik geübt.

Evelyn Hecht-Galinski,

Malsburg-Marzell

0 Kommentare

Neuester Kommentar