Leserbriefe : BVG: Deutliche Tendenz zum Sadismus

„Das geht ins Auge / Werbung begleitet uns in der Stadt auf Schritt und Tritt, sie klebt an Denkmälern, Häusern, Bussen

und Baugerüsten“ von Werner van Bebber

vom 14. Februar

Saubere Werbeposter an Baugerüsten empfinde ich als weniger störend als halbverschlissene Netze oder Plastikfolien. Zynisch dagegen ist die Aussage der BVG, dass werbeverklebte Fenster der Busse von Fahrgästen angeblich geschätzt werden, weil sie Sonnenschutz bieten. Wer zum Beispiel im Berufsverkehr lange Strecken im Bus zurücklegen muß und hinter einer Werbefolie im Halbdunkel sitzt, das das Lesen einer Zeitung auf diejenige mit den besonders großen Buchstaben beschränkt, oder wer als Tourist die viel gerühmten „Sightseeing“-Linien 100 und 200 nutzt und durch die Werbefolien nichts von den Sehenswürdigkeiten erkennen kann, wird kaum Verständnis für den „Sonnenschutz“ haben. Vielleicht sollten die leitenden Damen und Herren der BVG einmal selbst mit einem zugeklebten Bus fahren – ich nehme an, dass auf ihren Dienstwagenfenstern keine Werbefolien kleben.

Dr.-Ing. Matthias Maultzsch,

Berlin-Charlottenburg

Ich möchte es deutlich benennen. Das Bekleben der Fenster der BVG-Doppeldecker erlebe ich als ausgesprochene Gemeinheit mit deutlicher Tendenz zum Sadismus. Das Auge dient dem Schauen, drum gibt es hie und da Fenster. In den BVG-Bussen oftmals Rettungsanker vor dem Grauen, unter dem oft genug die Ohren zu leiden haben.

Möglicherweise kann man nur mit Hilfe von Gerichten dieser Unverschämtheit begegnen, möglichst noch bevor als Nächstes die Haltestopps mit nervtötente Werbeslogans ausgerufen werden.

Dorothea Köhring, Berlin-Schöneberg

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