Leserbriefe : Christliche Feiertage im Osten abschaffen

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Betrifft: „Westen will Ostförderung“ vom 7. April 2004

Die Diskussion über eine neue strategische Ausrichtung der Förderung ist überfällig. Was mit Geld allein gemacht werden kann, ist längst getan: Straßen, Telekommunikation, Kläranlagen etc. Der Finanzausgleich als einziges Instrument ist in seiner Wirkung beschränkt. Auch die Förderung von „Wachstumskernen“ wird nur bei hinreichender Wettbewerbsfähigkeit gelingen, das heißt bei einem günstigen Verhältnis von Produktivität und Kosten. Wie will man eigentlich begründen, dass in weitgehend „entchristlichten Regionen“ alle christlichen gesetzlichen Feiertage eingehalten werden? In Regionen mit unter 40 Prozent eingeschriebenen Konfessionsmitgliedern könnten Karfreitag, Ostermontag, Pfingstmontag und Himmelfahrt z.B. entfallen. Weihnachten und Neujahr könnten als Feiertage bleiben, weil sie ohnehin weitgehend säkularisiert sind.

Wenn die Wirtschaftsstatistiker für 2004 allein wegen der günstigen Kalendertage schon einen Wachstumseffekt errechnet haben, dann ergäbe sich durch Aufgabe dieser Feiertage ein erheblicher Wettbewerbsvorteil für die betreffenden Regionen. Es wäre ein wirkungsvoller Akt der Selbsthilfe und würde Produktivität und Kosten einander annähern.

Jochen Stoehr, Berlin-Zehlendorf

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