Leserbriefe : Damals und heute

„Großer Glanz von innen“

von Bernhard Schulz vom 6. Januar

Bernhard Schulz gibt endlich einmal das Stichwort „Schlossmuseum“. Wenn für die Zukunft des Berliner Schlosses als Museum eine weltoffene kulturelle Zukunft konzipiert werden soll, so ist die Vergesslichkeit gegenüber seiner Vergangenheit in den Jahren 1921–1945 unverständlich, ob dies nun ohne Kenntnis der Museumsgeschichte geschieht oder in vollem Bewusstsein. Zur Erinnerung: als Kaiser Wilhelm II. mit Waggons voller Kunstgüter nach dem Ende des 1. Weltkrieges das Schloss räumte, verließ auf Bitten der Regierung Otto von Falke als Direktor des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Museen in Berlin dessen einst maßgeschneidertes Haus, den „Gropiusbau“, und bezog die frei gewordenen Räume im Schloss. Bis 1945 bildete das „Schlossmuseum“ mit der verbliebenen Schloss-Ausstattung und den verwandten Sammlungen des Kunstgewerbemuseums eine der größten Besucherattraktionen Berlins.

Mit seinen großartigen historischen Beständen, die bürgerliche ebenso wie höfische Kultur Europas in Meisterwerken der begabtesten Handwerker vom Mittelalter bis zur neueren Zeit spiegeln, gehört das Kunstgewerbemuseum wieder an diesen Platz in der Mitte der Stadt.

Prof. Dr. Barbara Mundt,

Berlin-Zehlendorf

„Am offenen Herzen der Republik “

von Falk Jaeger vom 3. Januar

Dem Förderverein zu unterstellen, er habe sich für die mit der Nutzung des Schlosses verbundenen Probleme nie interessiert, ihm ginge es nur um die Kulisse, zeigt, dass Falk Jaeger die Argumente fehlen. Er verkennt, dass in den letzten 14 Jahren ein immenser, öffentlicher Lernprozess zur Nutzung des Schlosses stattfand, auch bei uns. Wer ist denn der Förderverein? Hinter ihm stehen viele tausend, größtenteils hoch qualifizierte Bürger. Viele ursprüngliche Kritiker haben sich konstruktiv in den Prozess eingebracht und wurden nach intensiver Beschäftigung damit zu besonders glaubwürdigen Befürwortern des Schlosswiederaufbaus. All diese Menschen dachten nach, haben mit ihren Möglichkeiten Einfluss genommen, dafür gesorgt, dass die Grundidee weiterentwickelt wurde und sie haben schließlich die politische Mehrheit für den Wiederaufbau des Schlosses erstritten.

Die herabsetzende Kritik der Schlossgegner mit Schlagworten wie „Kulisse“ und „Disneyland“ desavouiert eine Mehrheit von ernsthaft denkenden Bürgern.

Wilhelm von Boddien, Geschäftsführer

Förderverein Berliner Schloss e. V.,

Hamburg

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