Leserbriefe : Depressive diskreditiert

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Betrifft: „Berlin macht depressiv“ vom 23. September 2003

Die Behauptung der DAK, dass „auch das besonders dichte Netz an psychologischen Hilfsangeboten“ psychisch krank mache, zeugt von nicht allzu viel Verständnis von Krankheitsursachen. Denn denkt man diesen Gedanken weiter, brechen sich Menschen wohl auch die Beine, weil es Unfallchirurgen gibt. Wir würden uns wünschen, dass gerade von der DAK psychotherapeutische Erkrankungen sensibler betrachtet werden. Und statt an Depressionen erkrankte Menschen, wie mit der obigen Äußerung geschehen, zu diskreditieren, wäre es angemessener, ihnen Hilfe bei der Gesundung anzubieten und auf die Kosten senkende Langzeitwirkung von Psychotherapie hinzuweisen.

Gisela Borgmann, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Berlin

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