Leserbriefe : Der Charme der Bühnen

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„Wie Berliner ihre Bezirke sehen“

vom 3. September 2006

Als begeisterte Berlinbesucherin finde ich Ihre Artikelserie höchst interessant, denn die diversen Persönlichkeiten werden die vielen Gesichter der Stadt repräsentieren, das verspricht schon die Gegenüberstellung der zwei Wilmersdorfer. Herrn Schatz’ Frage, warum sich der Regierende Bürgermeister von Berlin der Sache der Theater am Kurfürstendamm nicht annimmt, kann ich mich nur anschließen. Häuser wie diese haben nicht nur lange den besonderen Theatercharme Berlins ausgemacht, sie sind auch heute noch Garanten für gehobene Unterhaltung fernab jeglicher TV-Massenware. Ich hoffe, die Berliner Politiker vergessen nicht, dass der Reiz ihrer vielfältigen Theaterlandschaft gerade darin liegt, nicht nur das Berliner Ensemble und das Schiller-Theater zu haben, sondern eben auch diese kleinen Bühnen mit ihrer Geschichte, ihren Künstlern und ihrem Publikum! Hier wäre genau der Ansatzpunkt, um privates und politisches Engagement zu verbinden – zumal es auch darum ginge zu zeigen, dass Kapital nicht immer gleichbedeutend mit Geld ist. Es sollte doch auch der Deutschen Bank gut zu Gesicht stehen, das kulturelle Leben der Hauptstadt zu unterstützen!

In Zeiten knapper Kassen appelliert die Politik gerne an die Bürger, selbst aktiv zu werden – in Berlin gibt es bewundernswert viele Vereine und Verbände, die sich für die Stadt, ihre Kultur und ihre Geschichte einsetzen. Selbst wenn kein Wahlkampf wäre, sollte sich jeder Berliner Politikerüberlegen, ob er couragiert mit seinen Wählern Position bezieht, oder lieber mit einer Großbank paktiert.

Elisabeth Böhm, Hagen

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