Leserbriefe : Der Demokratie verpflichtet

„Aktion "Stasiknast" abgebrochen“

vom 2. November

In Ihrem Bericht über die Kunstperformance des ehemaligen Stasi-Häftlings Carl-Wolfgang Holzapfel in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen schreiben Sie, dass deren Direktor, Dr. Hubertus Knabe, für den Berliner SPD-Abgeordneten Tom Schreiber nicht erreichbar gewesen sei. Diese Behauptung ist falsch und hätte leicht durch vorherige Nachfrage richtiggestellt werden können. Richtig ist, dass Herr Dr. Knabe Herrn Schreiber am Tag seines Anrufes zurückgerufen hat. Dieser hatte seine Mailbox angeschaltet, auf die Herr Dr. Knabe eine Nachricht hinterließ. Leider hat sich Herr Schreiber nicht mehr gemeldet. Auch Herr Holzapfel, der auf Bitten der Gedenkstätte versucht hatte, mit Herrn Schreiber Kontakt aufzunehmen, wurde von ihm nicht zurückgerufen. Die Kritik von Herrn Schreiber, dessen Engagement gegen die Verklärung der SED-Diktatur Herr Dr. Knabe sehr schätzt, hat die Gedenkstätte überrascht und betrübt. Als Einrichtung, die über das Überwachungssystem der Stasi informiert, kann sie bei einem externen Kunstprojekt nicht das politische Vorleben der Teilnehmer im einzelnen durchleuchten. Als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft 17. Juni ist Herr Holzapfel jedoch seit Jahren als aufrechter Kämpfer gegen Diktaturen aller Art bekannt. Vom Regierenden Bürgermeister wird er regelmäßig zu Zusammenkünften der Opferverbände eingeladen. Deshalb ging und geht die Gedenkstätte davon aus, dass Herr Holzapfel sich voll und ganz den Werten der Demokratie verpflichtet fühlt. André Kockisch,

Referent für Öffentlichkeitsarbeit

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