Leserbriefe : Der „Führer“ Bose war kein Held

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Betrifft: „Beim Führer zu Gast“ vom 28. Juli 2003

Der Bericht eines Deutschen über die Dreharbeiten des indischen Films „Netaji – The Last Hero“, welcher das Leben Subhas Chandra Boses darstellen will, hätte kritischer ausfallen müssen. Bose lebte zwei Jahre in Deutschland. Er konnte wissen, mit welchen Verbrechern er kollaboriert. Dieser „Führer“ ist kein vorbildlicher Held. Ich habe 1997 im Nationalen Gandhi Museum in New Delhi eine FotoAusstellung zum 100. Geburtstag Boses besucht. Dort wurde dessen Kollaboration mit den Nazis vertuscht. Das vom Tagesspiegel präsentierte Foto des Händedrucks der beiden „Führer“ in der Wolfsschanze am 29. Mai 1942 wurde in New Delhi nicht gezeigt, sondern nur ein Foto – ohne Untertitel! –, auf dem ein deutscher Betrachter Bose mit einigen Offizieren der Wehrmacht erkennen konnte. Wenn so etwas im Gandhi-Museum möglich war, dann ist von einem Film, der in Indien Kasse machen muss, noch weit Schlimmeres zu befürchten. Bose hat eine 4000 Mann starke Indische Legion aufgestellt und am 28. Februar 1942 über den deutschen Rundfunk Großbritannien den Krieg erklärt.

Theodor Ebert, Berlin-Dahlem

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