Leserbriefe : Der Kurs des Planeten Verdi

Zum BVG-Streik in Berlin

Jetzt hat die Gewerkschaft den Streik unterbrochen, weil Osterurlaub ansteht. Der Gipfel der Scheinheiligkeit ist nun aber, dass die Funktionäre ihre streikenden BVGer über die Osterfeiertage zur Arbeit schicken, obwohl doch ein erklärtes Ziel der Gewerkschaften die Abschaffung der Sonn- und Feiertagsarbeit ist.

Peter Lein, Berlin-Siemensstadt

Was hatte eigentlich den Senat als Regierung eines hoch verschuldeten Landes bewogen, der eigentlich bankrotten BVG eine Monopolgarantie und den Beschäftigten einen Kündigungsschutz bis 2020 zuzusichern? Und wie konnte es dazu kommen, dass vorangegangene Landesregierungen Tarifverträge geschlossen haben, in denen Busfahrer wie Klinikärzte bezahlt werden? Beides ist so irrational wie die – zumindest medial dargestellte – Geduld der Berlinerinnen und Berliner, wenn sie für zwei Wochen in Geiselhaft genommen werden und horrende zusätzliche Kosten ihr Einkommen mindern, um das der buslenkenden Arbeiteraristokratie zu mehren. Fortsetzung ziemlich wahrscheinlich.

Dieser Streik beweist wieder einmal, dass weder Monopole noch privilegierte Beschäftigte die Versorgung wirklich sichern. Im Gegenteil. Und er zeigt, dass die BVG in ihrer derzeitigen Form ihre Existenz- und Dauersubventionsberechtigung verloren hat. Wenn also nach Ostern die Funktionäre vom Planeten Verdi zur Fortsetzung des Streiks aufrufen sollten, ist es am Senat, ihnen zu verdeutlichen, dass das für die BVG-Mitarbeiter auch ihr letztes Gefecht sein könnte …

Ralf Wagner, Berlin-Marzahn

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