Leserbriefe : Der Papst ist überheblich

„Der strenge Hirte – Papst Benedikt XVI. provoziert die Protestanten, hat aber nur die eigene Herde im Sinn“ vom 12. Juli

Souveränität kann doch wohl nicht heißen, zu jedem Tritt vors Schienbein die Klappe zu halten. Insofern sehe ich seine enttäuschte und deutliche Reaktion auf die deplatzierte Rundumerneuerung des päpstlich-römischen Absolutheitsanspruchs geradezu als Ausdruck seiner Souveränität. Immerhin repräsentiert Huber 25 Millionen deutsche Protestanten und eben keinen evangelischen Debattierclub. Auch wenn der Papst den ranghöchsten Protestanten in Deutschland nicht missionieren will, wie der Autor feststellt, so verletzt Benedikt XVI. mit seiner rückwärtsgewandten Rigorosität Bischof Huber und alle Protestanten sowie eine wachsende Zahl der eigenen, im Herzen längst auf Augenhöhe ökumenisch gesinnten Katholiken.

Hartmut Walsdorff, Berlin-Lankwitz

„Papst: Nur wir sind Kirche“

vom 11. Juli

Wer ist der Papst, so möchte ich fragen, dass er bestimmen kann, welche Gemeinschaft eine Kirche ist? Wenn unsere Kirche für die römische Kirche keine Kirche ist: na und?

Der Papst ist eben doch, entgegen der leise ausgesprochenen Hoffnung des Kardinal Lehmann, überheblich. Möglicherweise hat er nur noch eine Himmels- und keine Bodenhaftung mehr. Er ist ein alter Mann, der nie etwas anderes gesagt oder gedacht hat und er ist in einem Alter, in dem man eher im Gestern als im Morgen lebt und denkt. Aber wir Protestanten sind wirklich nicht darauf angewiesen, ob der Papst unsere Kirche gnädigerweise als Kirche respektiert oder nicht. So viel Selbstbewusstsein haben wir schon.

Winfried Hochgrebe,

Berlin-Spandau

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