Leserbriefe : Der Papst lässt keinen Fettnapf aus

Zur Debatte um Papst Benedikt XVI.

Das bisherige Pontifikat von Benedikt XVI. ist bereits ein einziger Scherbenhaufen: Seine Äußerungen in Brasilien, dass die Indianer auf die Christianisierung gewartet hätten, seine Regensburger Rede und die Rehabilitierung von Holocaust-Leugnern legen ein beredtes Zeugnis dafür ab. Der Oberhirte aus Rom hat bisher keine Gelegenheit ausgelassen, ins "Fettnäpfchen" zu treten.
Bei Licht betrachtet scheint es tatsächlich so, dass Benedikt XVI. der Kirche und Deutschland einen irreparablen Schaden zugefügt hat. Er sollte sich in den Ruhestand verabschieden.

Volkmar Marschall, Frankfurt am Main

Da sage noch einer, in der Glaubenszentrale der römisch-katholischen Kirche geschieht nichts Aufregendes. Seit dem Pontifikatswechsel im Jahre 2005 erfahren wir immer wieder, wie das Kirchenoberhaupt sich zielgenau Sand ins Getriebe streut oder uns oft mit einer tadellosen Rolle rückwärts zum Staunen bringt. Mag die Aufhebung der Exkommunikation der ultrakonservativen Bischöfe und Führer der Pius-Bruderschaft noch als vatikaninterne, personalpolitische Angelegenheit anzusehen sein, so wurde mit der Rehabilitierung des Bischofs Williamson, der den Holocaust leugnet, ein heftiger Sprengsatz gelegt.

Silvia Pscholkowski, Berlin-Schmargendorf

Ratzinger bombt die Kirche ins Mittelalter zurück! Jetzt kann ein denkender Katholik nur austreten - und dabei spart er sogar noch Steuern …

Dr. Holger Thorade, Lindau/Bodensee

All die Hoffnungen, welche auf Joseph Ratzinger projiziert worden sind, lösen sich in Luft auf. Letztlich bleibt die Frage, wie weit sich die katholische Kirche in einer sich täglich massiv verändernden Welt, verändern kann, soll und auch muss, um ihre Glaubwürdigkeit nicht zu verspielen.

Pascal Merz, Sursee, Schweiz

Langsam reicht's! Nimmt denn niemand mehr zur Kenntnis, was da passiert ist? Am 1. Februar scheitert das Umweltgesetzbuch am Widerstand der Bayern. Alle Welt richtet die Frage an Frau Merkel: "Wie konnte das passieren? Wo bleibt ihre Führungsstärke? Das war doch Ihre Idee?" Und was antwortet Frau Merkel? "Ich fordere eine Klarstellung vom Papst zum Holocaust." Und siehe da: Niemand fragt mehr nach der Pleite Umweltgesetzbuch und ihrem Versagen in dieser Sache.
Dafür haben wir jetzt eine neue Peinlichkeit, die da heißt: Merkel, die Sachverständige in Sachen Katholizismus und diplomatischer Umgang mit dem Heiligen Stuhl.

Dr. Siegward Lönnendonker, Berlin-Lichterfelde

Kurienkardinal Kasper bezeichnet die Leugnung des Holocaust durch den britischen Bischof Williamson als "dumme Äußerung". Das ist eine völlig inakzeptable Verharmlosung.
Der englische Bischof gehört vor ein weltliches Gericht, seine Äußerungen erfüllen einen Straftatbestand. Er hat sich auf Erden zu verantworten, egal auf welche Weise er von der römischen Kurie geschützt wird.

Angelika Oden, Berlin-Zehlendorf

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