Leserbriefe : Der richtige Weg

„1000 Bäume sollen fallen für die Wasserautobahn – Kritik an großspurigen Ausbauplänen für die Spree“ vom 21. August

Die Schiffe fahren nicht deshalb nicht, weil es nichts zu transportieren gibt, sondern weil der Wasserweg unzureichende Abmessungen für Container- und Schwergutschiffe hat, so dass sich diese Güter andere Wege suchen. Allein ein herkömmlicher Schubverband ersetzt 70 bis 105 Sattelschlepper. Das ist eine Lkw- Schlange von 3,5 bis fünf km Länge, die die Straßen verstopft, ganz abgesehen von dem Lärm, den Abgasen und möglicherweise auch den Unfällen, die diese Schlange verursacht.

Als Abgeordneter müsste Daniel Buchholz wissen, dass die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung nicht nach eigenem Gutdünken am Projekt 17 baut, sondern erst nachdem es der Bundestag in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen und die erforderlichen Mittel bewilligt hat. Vor dieser Bewilligung sind umfangreiche, strengen Kriterien unterliegende Nutzen-Kosten-Berechnungen angestellt worden, von Umweltverträglichkeitsprüfungen und Planfeststellungsverfahren ganz zu schweigen, an denen die Bürger und die erwähnten Umweltverbände beteiligt waren. Aus diesem Grund können z. B. die bewilligten Mittel nicht einfach auf die Ufergestaltung des Landwehrkanals umgelenkt werden.

Das ist die alte Berliner Methode der Diffamierung des Verkehrswegebaus, die so schöne Ergebnisse gezeitigt hat wie die lange Verzögerung des Ersatzbaus für die baufällige Schleuse Spandau oder die Slalomstrecke der B 111 durch den Tegeler Forst, da hier keine Autobahn sein durfte. Bis an den Stadtrand sind die Verkehrswege fast fertiggestellt, aber dann geht es in Berlin nicht weiter.

Sigbert Zesewitz, Berlin-Lichterfelde

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