Leserbriefe : Der Sport zappelt im Netz

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„Wie wärs mit ,T-Com-Liga‘?“

vom 8. Juni 2006

Der Berliner Volksmund weiß Bescheid: „Man jewöhnt sich an allem!“ Aber hier horchen wir doch noch einmal auf: Die „T-Com-Bundesliga“ kündigt sich an. Wen kümmert es noch, dass der Sport im Allgemeinen (u. a. Dopingiaden) und der Profifußball im Besonderen (nicht nur in La bella Italia) im Netz der wirtschaftlichen Interessen zappelt? Aber die Dreistigkeit, mit der nun der Name der im sportlichen Sinne allerheiligsten Wochenendveranstaltung ge- beziehungsweise verkauft wird, ragt doch bedeutsam heraus.

Wo geht’s hier zum Gipfel? Wie wäre es, wenn sich der Deutsche Bundestag die nächste Diätenerhöhung mit einer Umbenennung in „Deutscher Googletag“ bewilligte – auch ein börsennotiertes Unternehmen, noch dazu mit dem Flair der großen weiten Welt? Und weil nach diesem dreisten Telekom-Übergriff (oder wurde sie etwa verführt?) alle sich nun neu sortieren oder besser: „neu aufstellen“ müssen, kommt vielleicht demnächst eine „Stiftung Krombacher Kulturbesitz“ auf uns zu.

Was übrigens den Ankündigungszeitpunkt dieser Bundesliga-Umetikettierung betrifft: Business as usual. Nach der großen Fußball-Mania, neben der ohnehin wenig Kritisches Platz hat, ist die Sache im Spätsommer doch locker gegessen. Man hat es geschluckt; und dann ist ja immer noch ein Jahr Zeit. Aber nein, nur keine Verharmlosung – es ist mal wieder zum Davonlaufen!

Karsten Unger, Berlin-Heiligensee

„Ich renne mehr als jeder Spieler“

vom 4. Juni 2006

Ein gelungenes Interview mit Markus Merk und recht amüsante Fußballregeln sind ja ganz nett, können aber das Sonntags-Ritual der kleinen Geschichten nicht ersetzen. Ich protestiere, sicher auch im Namen vieler anderer Nichtfußballbegeisterter, gegen die Fifaisierung unseres Alltags bzw. Sonntags! Gebe Ihnen der Heilige Geist, solche redaktionellen Entscheidungen (auch im eventuellen Siegestaumel kommender Tage) zu überdenken.

Björn Borrmann,

Berlin-Schöneberg

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