Leserbriefe : Der Staat gibt zu viel Geld aus

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Betrifft: „Wohin soll das noch führen, Herr Müntefering?“ vom 1. Dezember 2002

Dass unser Land Probleme hat, ist auch dem letzten Nichtwähler bekannt. Was Herr Müntefering nicht zu verstehen scheint ist, dass wir kein Einnahmeproblem haben. Wir haben ein Ausgabeproblem! Münteferings Ruf nach befristeten Steuern ist lächerlich. Werden diese dann genau so schnell aufgehoben wie des Kaisers Sektsteuer oder der Solizuschlag? Was will er denn noch alles haben? Das letzte Hemd trudelt beim Kanzler ein? Wäre es nicht einfacher, die Regierung behielte alle Löhne und Gehälter ein und verteilt nur noch Essenmarken?

Wenn alle sparen und mehr für den Staat tun sollen, wo ist der Aufruf an die SPDFraktion, auf Teile der Diäten und Aufwandsentschädigung zu verzichten, um dem Staat zu helfen? Wenn ich 50 Prozent meines Gehaltes nur auf dem Papier sehe und man mir zu erklären versucht, dass ich für Rente, Gesundheit und Staat noch ein Opfer bringen soll, ist eine Grenze erreicht, wo mein Gehalt nichts mehr Wert ist. Privatvorsorge fürs Alter, Zuzahlungen bei Medikamenten, noch höhere Steuern – wovon soll ich dann noch leben, wenn nichts mehr übrig bleibt?

Ich glaube nicht, dass die Rente sicher ist, dass unser Gesundheitssystem so weiter funktioniert und dass der Staat noch mehr Einnahmen braucht. Ich bin dagegen, mit noch mehr Geld Probleme zudecken zu wollen. Ich will endlich Anstrengungen des Staates sehen, seine Probleme zu lösen.

Da sind Münteferings Verzichtserklärungen an mich nicht akzeptabel. Wenn ich kein Geld habe, muss ich sparen und damit weniger ausgeben. Was für mich gilt, gilt auch für den Staat. Ich bin keine Kuh, die man unendlich melken kann. Auch ich kann mich verweigern.

Matthias Zander, Berlin

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