Leserbriefe : Der Staat muss was gegen Hundehaufen tun

„Sollen Anzeigen gegen Hundebesitzer

belohnt werden?“ vom 12. April

Auf der Webseite des Ordnungsamtes Tempelhof-Schöneberg steht „Bürger engagiere dich … gegen Hundekot“. Weiter kommt nichts vom Ordnungsamt außer, dass „Mitarbeiter des Amtes Verstöße in der Nachbarschaft dokumentieren“. Sie sammeln also nur, damit die Aktenberge noch höher werden.

Vor meinem Balkon, ich wohne im Erdgeschoss, wurde im Herbst ein neuer Baum gepflanzt. Die Sträucher, die auf der Fläche um den Baum waren, wurden rigoros entfernt. Die Fläche wurde lieblos mit Schotter bedeckt, quasi eine Einladung, sie als Hundeklo zu benutzen, was sie dann auch de facto geworden ist. Meine dringliche Bitte, den alten Zustand wiederherzustellen, die Fläche wieder zu bepflanzen, wurde seit Monaten ignoriert. Die Schilder, die ich an den Stützen des Baumes befestigt habe, dass hier kein Hundeklo ist, werden konsequent von den Hundebesitzern (wahrscheinlich nicht allen) ignoriert. Vor die Wahl gestellt, mir jeden Tag den Hundedreck anzusehen (von der Geruchsbelästigung erst mal ganz zu scheigen) oder ihn selbst zu entfernen, habe ich mich für Letzteres entschieden, was ich jetzt seit Februar dieses Jahres tue.

Wie lange meine Ausdauer und mein „Engagement“ noch anhalten werden, ist fraglich. Dennoch bin ich gegen eine Bespitzelung und das Anzeigen von Hundebesitzern. Wie soll das praktisch gehen ? Erstens, ich kann mir nicht die Personalien zeigen lassen, weil ich dazu nicht befugt bin. Zweitens geschehen die Verstöße meist immer ungesehen. Und am wichtigsten, drittens, sehe ich es als Aufgabe des Staates an, bestehende Gesetze, wie auch immer, durchzusetzen.

Ich kann allen Bürgern nur empfehlen, selbst Plakate aufzuhängen und wieder und wieder das zuständige Ordnungsamt mit Beschwerden und Vorschlägen zur Abhilfe zu überhäufen. Dann bliebe auch noch, die Bezirksbürgermeister und die Senatsverwaltung zu informieren (und zu nerven), damit klar wird, dass wir Bürger diese permanent unhygienischen Zustände und das unsoziale Verhalten der Hundebesitzer nicht länger gewillt sind hinzunehmen. Das braucht natürlich einen sehr langen Atem !

Gerd Hoffmeister, Berlin-Schöneberg

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