Leserbriefe : Die 148 ARD-Mitarbeiter waren alle nötig

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Betrifft: „Bremer Stadtmusikanten“ im Tagesspiegel vom 24. Mai 2003

Die ARD hat intensiv von der Wahl zur Bremer Bürgerschaft berichtet: in den Hörfunkprogrammen des Senderverbunds ebenso wie im Ersten und den Dritten Fernsehprogrammen (darunter besonders ausführlich im NDR Fernsehen, das in Kooperation mit Radio Bremen entsteht). Selbstverständlich geschah dies koordiniert – davon hat man sich am Wahlabend überzeugen können. Während aber schreibende Kolleginnen und Kollegen vor Ort mit Handy und Laptop auskommen, gehört zur Berichterstattung der elektronischen Medien immer auch die Schaffung einer Produktionsinfrastruktur vor Ort – im Falle Bremen also am Sitz der Bürgerschaft.

Leider errichten sich Studios mit der erforderlichen Beleuchtung und Dekoration nicht von selbst. Gleiches gilt etwa für das Verlegen von Fernseh und Tonleitungen oder für das Aufnehmen von Bildern und Worten. Auch die sich selbst schaltende Live-Verbindung, zum Beispiel in die Tagesschau, ist noch nicht erfunden.

Überall werden Menschen gebraucht, die diese Arbeiten erledigen. Diese Menschen müssen am Ende des langen Wahlabends irgendwo nächtigen – wenn sie von auswärts kommen in der Regel in einem Hotel. Man mag das beklagen, so wie es Ihr Autor tut, um damit gegen eine Anpassung der Rundfunkgebühr ab 2005 Stimmung zu machen. Man könnte die Sache auch halbwegs fair betrachten. Dann erschiene die Zahl von 148 Mitarbeitern vom Reporter bis zur studentischen Hilfskraft, von der Toningenieurin bis zum Beleuchter keineswegs als anstößig. Sie schließt übrigens sogar einige technische Angestellte der Deutschen Telekom mit ein, die über die ARD akkreditiert wurden.

Martin Gartzke (ARD-Sprecher), Hamburg

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