Leserbriefe : DIE DEUTSCHE POST MACHT BRIEFE BILLIGER UND FILIALEN DICHT Mehr Porto für mehr Arbeitsplätze?

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Das Briefporto soll ab 2003 nur noch 55 statt derzeit 56 Cent kosten, das Postkartenporto soll vermutlich um zwei bis drei Cent billiger werden.

Deshalb muss dann die Post – so steht’s zu lesen – 10 000 Beschäftigte entlassen. Zehntausende Briefkästen sollen auch verschwinden und 1000 Filialen würden geschlossen.

Wenn es tatsächlich so sein sollte, dass bei maximaler Einsparung von vier Cent für einen Brief und eine Postkarte 10 000 Arbeitsplätze wegfallen würden, mache ich nun folgenden Vorschlag:

Jeder zahlt ab 2003 nicht 56, sondern 57 Cent für einen Brief und 54 statt 51 Cent für eine Postkarte. Und die Post baut dafür keine Arbeitsplätze ab, sondern kann 10 000 neue Arbeitsplätze einrichten und zehntausende neuer Briefkästen installieren.

Inge Seidel, Berlin

Die Deutsche Post ist eine Aktiengesellschaft, die bei all ihren Aktionen die Interessen ihrer Kunden, ihrer Mitarbeiter und auch die ihrer Aktionäre im Fokus hat.

Eine Preissenkung ist für die Kunden sicherlich eine positive Botschaft – für die 850 000 privaten Aktionäre des Unternehmens und die fast 400 000 Mitarbeiter aber ganz sicher nicht.

So mussten die Aktionäre bei Ankündigung der Preissenkung starke Kurseinbrüche der „Aktie Gelb“ hinnehmen. Der Grund: Die Deutsche Post verliert durch die Preissenkung rund 300 Millionen Euro Einnahmen jährlich, das sind 1,5 Milliarden Euro bis zum Jahr 2007.

Um diese wirtschaftlichen Einbußen für das Unternehmen, die Aktionäre und die Mitarbeiter aufzufangen, hat die Deutsche Post angekündigt, eine Reihe von Sparmaßnahmen zu prüfen. Bei einem Einnahmeverlust in der genannten Größenordnung geht es dabei leider auch um Arbeitsplätze. Wir können aber versichern: Das Unternehmen wird die verschiedenen Interessenlagen von Verbrauchern, Aktionären und Mitarbeitern angemessen und sachgerecht berücksichtigen. Insbesondere werden wir die erforderlichen Rationalisierungsschritte sorgfältig gewichten und auf Sozialverträglichkeit prüfen.

Und konkret zu Frau Seidels Vorschlag, das Briefporto nicht zu senken, sondern zu erhöhen, um mehr Arbeitsplätze zu schaffen: Es wäre schön, wenn Wirtschaft so einfach funktionieren würde. Mit einer simplen durchgängigen Preiserhöhung ließen sich dann alle Probleme des Arbeitsmarktes lösen.

Norbert Schäfer, Bonn

Pressesprecher Deutsche Post World Net

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