Leserbriefe : Die EU als Gefangener Griechenlands

„EU und Griechenland / Zuckerpeitsche“ von Albrecht Meier vom 17. Februar

Jetzt rächt sich, dass in den Euro-Verträgen keine klaren Vorschriften für Krisensituationen der Währungsunion, verursacht durch einzelne Staaten der Euro- Länder, aufgenommen worden sind. Ein Austritt aus der Währungsunion ist ebenso wenig vorgesehen wie eine gegenseitige Hilfe der Mitgliedstaaten. Paragraf 103 sieht eine No-bail-out-Klausel vor: Jeder Staat ist für seine Finanzen verantwortlich und kein Staat hat einen Rechtsanspruch darauf, dass ihn andere auslösen. Und nun bewirkt die Krise, dass die Klausel plötzlich nicht mehr gelten soll. Denn der drohende Staats- und Bankenbankrott in möglicherweise bis zu elf von 16 Euro-Ländern hat Auswirkungen auf die Währungsunion, den Euro und auf den Zusammenhalt der EU mit ihren Folgen für das Weltwährungs- und -wirtschaftssystem.

Ähnlich wie systemisch bedeutsame Banken die Politik in der jüngsten Finanzkrise erpressen konnten, ist die EU jetzt wegen der befürchteten Dominoeffekte Gefangener der Defizitsünder Griechenland, Spanien, Portugal, Belgien, Frankreich und Italien. Die jüngste Hilfszusage der EU ist ein Kurieren an den Symptomen und löst die grundlegenden Probleme keineswegs! Quo vadis Euro?

Hans-Henning Koch, Berlin-Wannsee

Man sollte, als sichtbaren Ausdruck europäischen Mißtrauens, Griechenland das Münzregal für fünf Jahre entziehen, damit dort nicht noch die Notenpresse angeworfen werden kann und Münzen mit griechischen Symbolen sollten aus dem Verkehr gezogen und bei der EZB eingelagert werden. Eigentlich gehört Griechenland auf die Reservebank (außerhalb der EU) und es müsste dann nochmals Beitrittsverhandlungen führen.

Lutz Ammer, Falkensee

0 Kommentare

Neuester Kommentar