Leserbriefe : Die Gesellschaft zerfällt

„Auslaufmodell Ehefrau / Statt Ehe und

Familie sollte der Staat lieber die Kinder

fördern“ von Daniel Dettling vom 29. April

Ist der Autor noch zu retten? Wenn Sie schreiben, dass vielen Eltern die Zeit und die passende Infrastruktur für ein Leben mit Kindern fehlt, dann können Sie allenfalls die Infrastruktur meinen, denn Zeit kommt beim Doppelverdiener-Modell logischerweise nicht heraus. Wenn Sie von unzureichender Förderung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie sprechen, wünschen Sie mehr finanzielle Unterstützung für Doppelverdiener für Kinderbetreuung und haushaltsnahe Dienstleistungen. Die Arbeit von Hausfrauen und Müttern ist auch Ihnen nichts wert, wie so vielen, die, ob gedankenlos oder einfach nur frech unterscheiden zwischen Frauen, die arbeiten (Erwerbstätige) und solchen die nicht arbeiten (Hausfrauen und Mütter).

Lassen Sie sich Ihre Formulierung „fehlende Anreize für Mütter, eine Arbeit aufzunehmen“ einmal auf der Zunge zergehen. Ich mache mir keine Illusionen: der Trend ist nicht mehr aufzuhalten. Die Familie zerfällt, die Gesellschaft ebenso, aber die es nicht besser kennen, werden nichts vermissen. Sind wir nicht heute schon ein gigantischer Reparaturbetrieb, der, anstatt den Kindern einen wirklich guten Start zu ermöglichen, an allem nur herumflickt? Ist Ihnen schon aufgefallen, dass der Wunsch nach mehr Kindern und die Sorge um ihre Bildung und Ausbildung vorzugsweise mit der Sorge um die Rente zusammenhängt? Schade um jedes Kind, das dafür in die Welt gesetzt wird.

Barbara Zimmermann,

Berlin-Spandau

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