Leserbriefe : Die Polizei maßt sich eine Gerichtsentscheidung an

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Betrifft: Folter als polizeiliche Ermittlungsmethode

Ich finde es unerträglich, dass es ernsthafte Diskussionen darüber gibt, ob die Polizei das Mittel der Folter mit welcher Begründung auch immer einsetzen darf. Die Antwort auf die FolterFrage ist doch klar und einfach. Solange ein Verdächtiger ein Verdächtiger ist, kann niemand ausschließen, ihn zu Unrecht zu beschuldigen. Diese Frage klärt ein Gericht in einem Prozess. Wenn ein Polizist behauptet, er müsse foltern, um aus dem Angeklagten den Aufenthaltsort des Opfers zu erfahren, setzt dieses voraus, dass sich der Polizist eine Entscheidung anmaßt, die erst das Gericht fällt.

Das ganze Ausmaß dieser polizeilichen Katastrophe wird klar, wenn wir den Fall durchspielen, dass sich die Ermittlungsbehörden also geirrt hätten und durch einen Ermittlungsfehler ein Unschuldiger verdächtigt worden wäre. Niemand soll behaupten, dies komme in Deutschland nicht vor. Er wäre also so lange gefoltert worden, bis die Polizei erkannt hätte (wenn überhaupt), dass sie den Falschen in der Mangel hat und dann…?

Krischan Schoeninger, Berlin

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