Leserbriefe : Die Rentner finanzieren die Jüngeren

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„Keine Rentensteigerungen bis 2010!“ vom 3. November 2005

Selbst Rentner (66 Jahre), nervt es mich allmählich, ständig zu lesen oder zu hören:

1. Die Deutschen sollen mehr Kinder bekommen.

2. Wie viele Jugendliche für wie viele Rentner aufkommen müssen.

Zu 1. Wer bezahlt die Ausbildung einer neuen Generation und was geschieht mit ihr, wenn ohnehin zu wenig Ausbildungs-, Studien- und gar Arbeitsplätze vorhanden sind?

Zu 2. Ein schleppender Schulabschluss, ein häufig anschließendes Ausspannungs-, bzw. Selbstfindungsjahr wird immer mehr die Regel, dann muss erst einmal ein Ausbildungsplatz gefunden und abgeschlossen werden oder es erfolgt ein langwieriges Studium oder gar eine Selbstfindung über den Zweiten Bildungsweg. Nun bedarf es noch eines Arbeitsplatzes, bis endlich Geld in die Rentenkasse fließt. In welchem Lebensalter ist dies dann der Fall?

Inzwischen müssen doch wohl die Rentner und Alten für diese Generation die notwendigen Mittel aufbringen, abgesehen von Zuschüssen der Eltern und Großeltern für die stets wachsenden Ansprüche der Jugendlichen selbst.

Da stellt sich doch langsam die umgekehrte Frage: Wie viele Rentner müssen für wie viele Jugendliche aufkommen, selbst wenn die Alten länger leben und häufig versorgt werden müssen?

Auch Jugendliche haben nicht immer die beste Gesundheit, sie haben schon Mühe, ihre eigene Rente zu finanzieren, geschweige denn so viel einzuzahlen, dass für Weitere gesorgt werden kann.

Olaf Warneyer, Berlin-Marienfelde

Wir wollen unseren Lebensabend in Würde und Ruhe verleben und nicht jeden Tag mit neuen Hiobsbotschaften und Kürzung der Renten, welche man sich in 45 Jahren erarbeitet hat, konfrontiert werden. Man wird als Kleinrentenempfänger von den Verantwortlichen systematisch in die Armut getrieben. Was meinten CDU-Verantwortliche mit ihrer Äußerung, dass die „Sozialromantik“ aufhören müsste? Ich habe sie in meinem ganzen Leben nicht erfahren.

Brigitte Meiners, Berlin-Spandau

„Rentenkürzungen wird es nicht geben“ vom 5. November 2005

Die Heraufsetzung der Lebensarbeitszeit bis zur Rente ist zwar für die langfristige Sicherung der Renten unerlässlich, doch kurzfristig bringt sie kein einziges Promille des bitter benötigten Wachstums. Das wird es erst geben, wenn die Jahresarbeitszeit länger wird. Wenn der deutsche Durchschnittsarbeitnehmer 500 Stunden im Jahr weniger arbeitet als sein amerikanischer Kollege, braucht man sich nicht zu wundern, dass das Wachstum ausbleibt, zumal die deutsche Bevölkerung im Gegensatz zur amerikanischen nicht wächst, sondern schrumpft.

Seit der Rede von Bundespräsident Roman Herzog wartet Deutschland auf den Ruck. Es gab keinen, als der Buß- und Bettag gestrichen wurde. Es wird ihn erst geben, wenn gleich drei Feiertage – der Ostermontag, Himmelfahrt und der Pfingstmontag – wegfallen. Das würde auf einen Schlag 1,5 Prozent Wachstum erzeugen; und alle wären davon gleich betroffen.

Prof. Dr. Hans-Dieter Gelfert,

Berlin-Nikolassee

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