Leserbriefe : Die Senioren wurden zur Kasse gebeten

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Betr.: „Alles auf eine Karte“ vom 1. Juli 2003

Bei aller zunächst eher verhaltenen, aber inzwischen deutlicher gewordenen Kritik der Medien ist leider bisher in keinem Fall angesprochen worden, dass die Deutsche Bahn insbesondere darauf gezielt hat, die ältere Generation stärker zur Kasse zu bitten. Für viele ältere Menschen ist das verschachtelte Rabattsystem kaum durchschaubar, so dass es ihnen schwer fällt, für sich die preislich günstigste Lösung zu finden. Gerade für sie sind günstige Preiskonditionen wichtig, da sie mit zunehmendem Alter immer stärker auf die Bahn als Alternative zum Auto, vor allem bei Fernreisen, angewiesen sind. Ältere Menschen haben die alte Bahncard wegen der Einfachheit des Rabattprinzips gern genutzt. Für ihre treuesten Kunden hatte die DB diesem Umstand durch eine SeniorenBahncard mit 50 Prozent Preisrabatt zum Preis von 70 Euro (das heißt 50 Prozent der Normal-Bahncard in Höhe von 140 Euro) Rechnung getragen. Bei der Preisreform wurde der Kaufpreis für Senioren um stolze 10 Euro verbilligt. Dafür mussten sie eine Halbierung des Fahrpreis-Rabatts hinnehmen. Daran kann man ermessen, welche Einbußen die DB vor allem den Rentnern zugemutet hat. Eine neue Bahncard mit fünfzig Prozent Fahrpreisnachlass zum Kaufpreis von 200 Euro, gültig auch für Senioren, würde für diese große Kundengruppe ebenfalls eine drastische Preiserhöhung bedeuten. Deshalb sollte die Senioren-Bahncard wieder eingeführt werden und zwar zu einem Kaufpreis unter 100 Euro.

Rolf Jannasch, Berlin-Reinickendorf

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