Leserbriefe : Die USA leben über ihre Verhältnisse

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Betrifft: „Was macht die Welt“ im Tagesspiegel vom 5. August 2002

Der Autor meint, dass ein Krieg die Wirtschaft in den USA und seine Folgeökonomie - die deutsche - sanieren könnte, weil der Ölpreis dann auf zehn Dollar pro Barrel fiele. Aber wir haben das generelle Problem, dass Erdöl seit 1997 das Fördermaximum überschritten hat und das Problem weder der Irak noch ein anderer Herr Hussein lösen kann.

1991, beim letzten Ölkrieg, hätte die als Allheilmittel gepriesene Strategie einen kurzatmigen Sinn gebracht, aber heute zurück ins Ölzeitalter zu wollen, das ist genauso intelligent, wie mit der Ruhrkohle die deutsche Wirtschaft ankurbeln zu wollen.

Die USA haben ein anderes Problem. Die USA leben über ihre Verhältnisse und sind zu stolz, sich das einzugestehen. Auch die schönste Zeit einer Weltmacht geht mal zu Ende. Der US-Volkswirtschaft hat ein Leistungsbilanzdefizit, das sich seit Jahren ausdehnt und dies geht runter bis zum einzelnen Haushalt. Jeder durchschnittliche Haushalt in den USA hat elf Kreditkarten und darauf Schulden von 55 000 Dollar, so hoch wie ein Jahres-Nettoeinkommen.

Was halten Sie denn davon, Herr Joffe, wenn wir mal unseren atlantischen Nachbarn den Rat geben, ein bisschen solider zu leben und zu wirtschaften, dann kommen die unter Umständen auch nicht auf die dumme Ideen, mit einem Ölkrieg ihre Wirtschaft sanieren zu wollen.

Bush wird die US-Wirtschaft erst recht in die Krise stürzen, weil es bei dem Krieg nichts zu gewinnen gibt.

Dr. Andreas Brockmöller, Kleinmachnow

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