Leserbriefe : Die Weichen sind neu gestellt

„Neuer Bahnchef wirft Manager raus“

vom 14. Mai

Das war die leichteste Übung für den neuen Bahnchef Rüdiger Grube. Mit der Entlassung von vier Bahnvorständen und einigen Spitzenmanagern, obwohl denen „kein aktives, persönliches Fehlverhalten“ vorzuwerfen ist, so der Vorsitzende des DB-Aufsichtsrates Müller, demonstriert Grube einen klaren Schnitt und entledigt sich gleichzeitig von vielleicht unliebsamen „Mehdorn-Leuten“. So wurde der entlassene Logistik-Vorstand Bensel zeitweilig auch als potenzieller Nachfolger Mehdorns gehandelt. Wieso nun ausgerechnet Grube, der in seiner Karriere noch nie alleinverantwortlich für das operative Geschäft war, die Deutsche Bahn mit ihren 250 000 Mitarbeitern, davon 190 000 in Deutschland, auf das richtige Gleis bringen soll, blieb bei dessen Einführung in das Amt unscharf. Ein guter Stratege produziert noch lange keinen wirtschaftlichen Erfolg mit schwarzen Umsatzzahlen. Im Interesse des Unternehmens, der Mitarbeiter und der Bahnkunden ist zu hoffen, dass Grube keine Fehlbesetzung ist, wie es Mehdorns Vorgänger Johannes Ludewig war, der nach zweijähriger Amtszeit vorzeitig abgelöst wurde.

Dr. Hans-Dieter Seul,

Berlin-Lichterfelde

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