Leserbriefe : Dumm und kulturlos

„Das Kino verlassen, wenn man im falschen Film ist“ von Pascale Hugues

vom 21. November

Ist es denn wirklich nötig, um „die Deutschen“ in heutiger Zeit vorzuführen (wozu überhaupt?), immer noch das abgeschmackte Klischee vom kommandierenden und geistig starren Feldwebel aus Weltkriegszeiten zu bemühen, so als hätte sich seit Jahrzehnten hier, in dieser weltoffenen, kulturell hochinteressanten Stadt Berlin, nichts geändert?

Nicht genug mit dem Feldwebelklischee sind „die Deutschen“ nach Frau Hugues’ Meinung auch noch dumm und kulturlos, da sie deutsche Kindergeschichten nur in Heile-Welt-Manier sehen wollen, mit blonden Zöpfen, Pausbäckchen und Omas Apfelkuchen. Deshalb sitzt die kulturell anspruchsvolle Madame Hugues bis auf das verirrte Berliner Proletenehepaar wohl auch alleine in dem Drama, da es anspruchsvollere Berliner offenbar nicht gibt. Überaus abwertend sind auch Frau Hugues’ Vorstellungen von der „Berliner Frau“, die ihrem natürlich geizigen und geistig völlig unflexiblen Berliner Feldwebelehemann virtuell salutieren muss, lieber zu Hause Schnulzen glotzt und offenbar auch noch zu blöd ist, vernünftig ein Bonbon zu essen.

Dieser Artikel ist wirklich unglaublich, da hilft auch das pseudophilosophische, spaltenfüllende Geschwafel über geistige Flexibilität nichts mehr, zumal sie es am Ende nicht lassen konnte zu erwähnen, dass sie in dem Berliner Kino lieber ohne die Berliner gesessen hätte! Da wird einem doch eins ganz klar: Die Einzige, die hier im realen wie im übertragenen Sinne wirklich im falschen Film sitzt, ist Madame Hugues selber.

Dr. Marianne Zwanzig-Deider,

Berlin-Zehlendorf

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