Leserbriefe : Ein Außenminister namens Westerwelle war vielen Wählern unvorstellbar

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Betrifft: Rot-Grün darf weiterregieren

Nach sechzehn Jahre konservative Regierung ist es korrekt, dass Rot-Grün eine zweite Legislaturperiode Politik gestalten darf. Der Wähler scheint bei aller Furcht vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten und mancher Panne bei Rot-Grün dennoch nicht das Erinnerungsvermögen oder gar den Verstand verloren zu haben.

Verfügen die Konservativen und Neoliberalen wirklich über mehr Kompetenz und Mut bei der Lösung der gesellschaftlichen Probleme, wie Arbeitslosigkeit, Integration von ausländischen Mitbürgern, Umgestaltung der sozialen Sicherungssysteme und dem Umweltschutz? Hätte eine konservativ-liberale Regierung eine bessere Außenpolitik im Sinne deutscher Interessen, insbesondere vor einem selbstbewussten sicherheitspolitischen Hintergrund, praktiziert ?

Der Wähler sagt „Nein!" Warum? Vielleicht, weil er sich nicht vorstellen konnte, von einem deutschen Außenminister ns Westerwelle, der nicht einmal in der Lage war, Jürgen Möllemann zu bremsen, weltpolitisch vertreten zu werden. Selbstüberschätzung (achtzehn-prozentiger Größenwahn), Spaß und Profilneurose bei den Liberalen hat der Wähler eindeutig quittiert.

Da kam die jüngere Partei der Grünen spürbar realpolitischer des Weges. Kein Posaunen von Weltveränderung, aber einige deutliche Signale einer Kurskorrektur, die durchaus überzeugten: Verbindung von Umweltschutz und Wirtschaft, Atomausstieg, Verbraucherschutz etc. Joschka Fischer, als beliebtester deutscher Spitzenpolitiker, spiegelt wieder, was der Wähler honoriert hat. Mit beiden Füßen auf dem Boden der Realpolitik, einsichtig was das Begehen eigener Fehler anbetrifft und lernfähig. Er strahlt Mobilität, Stehvermögen und Glaubwürdigkeit aus, die viele Wähler überzeugt haben.

Stefan Dernbach, Siegen

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