Leserbriefe : Ein Denkmal, das keiner braucht

Zur Diskussion über das Einheitsdenkmal und den 9. November

Wir haben doch längst ein ausdrucksstarkes Denkmal für die Vereinigung. „Der Wind der Freiheit" steht in der Clayallee. Die Pferde, die die Mauer überspringen, könnten durchaus mehr im Zentrum Berlins stehen. Das Erinnern an die Vereinigung Deutschlands wird von einem Denkmal nicht beflügelt. Und Denkmäler für 1-mal-im-Jahr Kränze hinlegen und getragene Reden halten, davon haben wir in Berlin schon zu viele. Das Geld für Ausschreibung, Findungskommission, Bau und Säuberung sollte eher in Jugendprojekte Ost-West fließen.

Klaus Portz, Berlin-Dahlem

Steht nicht auf dem Mittelstreifen der Tauentzienstr. eine Skulptur, die Teilung und Zusammengehörigkeit Berlins symbolisieren soll? Mich hat dieses Kunstwerk in seiner deutlichen Aussage immer angesprochen - warum reicht es jetzt nicht mehr aus? Erst wenn wir gar keine Sorgen mehr haben, dann...

Heide Binner, Berlin-Rudow

Üblicherweise werden Denkmäler Gefallenen, Ermordeten, Opfern gewidmet. Warum also nicht auch eines „Den Verlierern der deutschen Einheit"? Vielleicht ein wenig zu früh, die meisten leben und leiden ja noch. Ansonsten wie gesagt - ein Gang durch's Brandenburger Tor dürfte reichen, um sich zu erinnern.

Siegfried Spolwig, Berlin-Moabit

Alle geplanten Einheitsdenkmäler in Bund und Ländern werden als Zweiheitsdenkmäler wirken, solange nicht Ost und West von dem Staat gleich behandelt werden, der sich durch diese Monumente selbst feiert. Was soll da ein „Ost-Beamter" denken, der nach 17 Jahren noch immer im selben Arbeitszimmer für weniger Geld die selbe Arbeit leistet wie sein „West-Kollege". Ein paar Denkmäler weniger, dafür aber gleicher Lohn für alle - dieser Vorschlag hat wohl keine Chance.

Elmar Szelies, Berlin- Heiligensee

In der öffentlichen Darstellung wird die DDR meist auf drei Komponenten reduziert: Stasi, Stacheldraht und Doping. Dass Berliner Schüler trotzdem die DDR verklären, erscheint mir angesichts dessen fast wie ein Kunststück.

Olaf Stephan, Berlin-Altglienicke

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