Leserbriefe : Ein Geschenk für Berlin

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„Im Land des geistigen Niedergangs“ von Michael Burda vom 21. Januar

„Think big“, fordert uns Michael Burda in bester amerikanischer Manier in seinem Plädoyer auf. Anstelle einer Privatklinik, wo man mit dem Kleinjet sozusagen direkt neben dem OP-Tisch landen kann – eine der für den Flughafen Tempelhof angedachten Nutzungen –, schlägt er vor, im stadtplanerischen schwarzen Loch Berlins eine Campus- Universität, die erste in Deutschland, die diesen Namen verdiente, einzurichten.

Flughafengebäude und Campus wären Verlobungsgeschenke an die neu zu fusionierende Freie Humboldt-Universität, Kerngedanke der Ausführungen von Michael Burda. Seine Idee wäre geeignet, einer Stadt, die nie ist, sondern stets wird, über mehrere Generationen hinweg ein Projekt an die Hand zu liefern, welches sie für ihre Lebens- und Zukunftsfähigkeit dringend benötigt. Ein Projekt, das die Menschen zu inspirieren vermag, an dem sich Kreativität entzünden und das zum Vorhaben für die ganze Stadt werden kann. Ein Projekt, für das sich genügend Mäzene und Sponsoren fänden, und das allein aufgrund seiner Größenordnung und zeitlichen Dimension weit über die Stadt hinausstrahlte: Wissenschaftseinrichtungen, Institute, Leben auf dem Campus, Kunst, Sport, Ausgründungen, Spin-off- Unternehmen, Wissenschaftspark – hier liegt das so dringend benötigte Wachstumspotenzial der Zukunft. Und das alles mitten in einer attraktiven Stadt, die dadurch noch stärker an Anziehungskraft gewönne.

Geistiger Niedergang ist nicht unausweichlich. Ideen und Tatkraft können ihm entgegenwirken. Mr. Burda, let’s get started! Messrs Wowereit, Zöllner, Sarrazin, Damen und Herren Abgeordnete – bitte Mut zur Vision! Machen Sie Berlin ein Zukunftsgeschenk!

Dr. Michael Feiner, Berlin-Schöneberg

Der Niedergang der deutschen Universitäten begann nicht erst in den 30er Jahren, sondern schon nach dem verlorenen 1. Weltkrieg. Die Siegermächte plünderten vor allem die naturwissenschaftlichen Wirkungsstätten in Deutschland und verboten den dort arbeitenden Wissenschaftlern weitgehend deren Forschung. Ihre noch mögliche Tätigkeit wurde unter die Aufsicht der gegen Deutschland verbündeten Staaten gestellt. Dieses Faktum war eines der Diskussionsthemen einer Tagung des Deutschen Historischen Institutes in Paris im Oktober 2006.

Dr. Walter Strey,

Berlin-Schmargendorf

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